Das britische Hull, gelegen an den Flüssen Hull und Humber: Hier stellt Ineos die letzten Anlagen ab – bisher allerdings nur temporär (Foto: Ineos)
Die von Ineos (London / Großbritannien) angekündigte temporäre Stilllegung der drei Essigsäure-Anlagen im britischen Hull dürfte nach derzeitigem Kenntnisstand nur geringe Auswirkungen auf den europäischen Markt haben. Spätestens seit 2024 wird das Vorprodukt, das zur Erzeugung vor allem von VAM, PTA und Celluloseacetat eingesetzt wird, in deutlich geringerem Umfang benötigt.
Ineos-Eigner Sir Jim Ratcliffe begründete die Abschaltungen zwar mit den hohen Energiekosten in Europa und der schlechteren Kohlenstoffbilanz für eine Ersatzbeschaffung aus China und den USA. Diese Argumentation erscheint jedoch nur bedingt gerechtfertigt, denn tatsächlich dürfte der gesunkene Bedarf in Europa eine viel größere Rolle für die Entscheidung zur Stilllegung gespielt haben.