Arburg: Zufrieden mit der Resonanz auf K-Präsentationen

17.12.2019

„Viele unserer Kunden sehen die aktuelle wirtschaftliche Lage nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance“, resümiert Michael Hehl, geschäftsführender Arburg-Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung, den Auftritt des Spritzgießmaschinenhersteller auf der K 2019: „Wir hatten ungeheuer viele Besucher auf unserem Messestand, die sich über Innovationen und Trends im Spritzgießen informieren wollten und auch mit ganz konkreten Fragestellungen auf uns zukamen. Einen großen Zulauf verzeichnete zudem unser Freeformer, denn viele unserer Kunden beschäftigen sich auch mit der additiven Fertigung.“

„Auf der K 2019 waren wir mit insgesamt über 550 Mitarbeitern und Handelspartnern aus mehr als 50 Ländern präsent“, ergänzt Juliane Hehl, die als geschäftsführende Gesellschafterin derzeit die Bereiche Technik und Marketing verantwortet. Neben den großen Themen Digitalisierung und Circular Economy hätten sich Kunden besonders für spezifisch ausgelegte Spritzgießmaschinen interessiert.

Arburg treibt Digitalisierung voran

Auf über 1.500 qm informierte Arburg in Düsseldorf Fachbesucher über neue Produkte, Anwendungen und Trendthemen (Foto: Arburg).

Unter dem Fokus „arburgXworld“ präsentierte Arburg Highlights und Neuheiten aus dem digitalen Produkt- und Service-Spektrum. Dazu zählten zahlreiche neue Apps für das gleichnamige Kundenportal – vom „Machine Finder“ für die passende Spritzgießmaschine über „Virtual Control“ zur Simulation der Maschinensteuerung bis zum „Self Service“ für die geführte Fehleranalyse und -behebung. Mit der App „Configuration“ können Kunden erstmals eine neue Maschine, den Allrounder 270 S compact, selbst konfigurieren und online bestellen. Seit der K 2019 ist „arburgXworld“ zudem international in 18 Sprachen verfügbar.

An insgesamt elf interaktiven Stationen der „Road to Digitalisation“ erfuhren die Besucher mehr zu den Bereichen „Smart Machine“, „Smart Production“ und „Smart Services“. Besonders gefragt waren hier digitale Service-Lösungen wie z. B. der Arburg Remote Service (ARS) und die neuen Füll- und Plastifizierassistenten, dank derer die Maschine ihr Produkt und ihr Zylindermodul „kennt“.

Juliane Hehl, geschäftsführende Gesellschafterin von Arburg und verantwortlich für die Bereiche Marketing und Technik, ist sich sicher: Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft sind kein Widerspruch (Foto: K-AKTUELL)

Praxisbeispiele für Circular Economy

Mit seinem Programm „arburgGreenworld“ legte Arburg zur K 2019 den Fokus auf Ressourcen-Effizienz und Kreislaufwirtschaft. Das Programm basiert auf den vier Säulen „Green Machine“ für effiziente Maschinentechnik, „Green Production“ für innovative Verfahren und ressourcen­schonende Fertigung, „Green Services“, der Dienstleistungen und Know-how-Transfer z. B. zur Verarbeitung von Rezyklaten umfasst, sowie „Green Environment“ für Arburg-interne Prozesse.

Bertram Stern (li.), Packaging und Circular Economy Manager, und Dr. Thomas Walther, Leiter Anwendungstechnik, mit den beiden Rezyklatanwendungen (K-AKTUELL).

Mit zwei Exponaten präsentierte Arburg konkrete Praxisbeispiele zum Thema Circular Economy: Ein neuer Allrounder 1020 H in Packaging-Ausführung verarbeitete PP-Material von Borealis zusammen mit 30 % zugemischtem sortenreinem PP-Rezyklat zu Rundbechern. Partner für die Herstellung des Rezyklats ist die Firma Erema. Diese Anwendung belegt: Wenn Kunststoffe sinnvoll und sicher gesammelt werden, lassen sie sich auch in die Wertschöpfungskette zurückführen. Die zweite Anwendung machte deutlich, wie sich PCR-Material aus Haushaltabfällen in den Kreislauf zurückführen lässt, um daraus langlebige technische Produkte herzustellen. Dazu produzierte ein elektrischer Zwei-Komponenten-Allrounder 630 A aus geschäumten PCR und TPE Griffe für Schutztüren von Allrounder-Spritzgießmaschinen.

Maschinen-Premieren – von 350 bis 6.000 kN Schließkraft

Für Jürgen Boll (links), Geschäftsführer Finanzen Controlling IT, und Gerhard Böhm, Geschäftsführer Vertrieb, ist die erste online konfigurierbare Maschine ein Meilenstein (K-AKTUELL).

Auf der K 2019 feierte der hydraulische Allrounder 270 S compact mit 350 kN Schließkraft Premiere. Er ist die erste Arburg-Maschine, die über das Kundenportal „arburgXworld“ in wenigen Schritten online konfiguriert und bestellt werden kann – einfach, schnell und zudem rund 25 % günstiger im Vergleich zu hydraulischen Standardmaschinen. Am anderen Ende der Größenskala steht der neue Allrounder 1020 H in Packaging-Ausführung. Die hybride Hochleistungs­maschine mit 6.000 kN Schließkraft und neuer Spritzeinheit der Größe 7000 produzierte mit einem 8+8-fach-Etagenwerkzeug in 4,3 Sekunden Zykluszeit je 16 dünnwandige Rundbecher. Der neue Allrounder im Clamp-Design und mit Gestica-Steuerung ist serienmäßig mit vier Assistenzpaketen ausgestattet und somit „ready for Digitalisation“.

Das Arburg-Programm an vertikalen Drehtischmaschinen ergänzt der Allrounder 1600 T um eine Baugröße mit 1.600 Millimetern Tischdurchmesser. Diese neue Maschine, die auf dem Stand der Firma Lauffer gezeigt wurde, verfügt über eine Schließkraft von 2.000 kN und kann mit Spritzeinheiten der Größen 170 bis 800 ausgestattet und bis zur kompletten Turnkey-Anlage automatisiert werden.

Anwendungen – von der Uvex-Brille bis zum Nachtlicht

Andreas Reich, Arburg-Abteilungsleiter Turnkey, mit der einteiligen Uvex-Sonnenbrille, die gebrauchsfertig direkt aus der Anlage kam (Foto: K-AKTUELL).

Eine „smarte“, vernetzte Turnkey-Anlage rund um einen Allrounder 570 A mit in die Gestica-Steuerung integrierten Füll- und Plastifizierassistenten produzierte in einer Zykluszeit von rund 50 Sekunden Sonnenbrillen „ready-to-wear“. Die Anlage umfasste einen Sechs-Achs-Roboter für die Handhabung, 100-%-Prüfung und nachfolgende Verpackung in Stoffbeuteln per Mensch-Robot-Kooperation. Das Arburg Turnkey Control Module (ATCM) führte die Prozess- und Prüfdaten zusammen, die nach Scannen des aufgelaserten DM-Codes auf einer individuellen Website dargestellt wurden.

Eine besonders kompakte Fertigungszelle stellte filigrane LSR-Abdeckkappen für Mikroschalter her. Für das Spritzgießen der nur 0,009 Gramm wiegenden Abdeckkappen aus Flüssigsilikon (LSR) wurde ein elektrischer Allrounder 270 A mit einer Mikrospritz­einheit der Größe 5, einer 8-mm-Schnecke und einer 290 ml fassenden LSR-Kartusche ausgestattet. Ein Reinluftmodul mit Ionisierung über der Schließeinheit vermied elektrostatische Aufladungen. Die Spritzteile wurden von einem Robot-System Multilift H 3+1 entnommen, direkt im Greifer optisch geprüft und in Papierbeutel verpackt.

Ein elektrischer Allrounder 370 E Golden Electric produzierte mit einem 1+1-fach-Familienwerkzeug in einer Zykluszeit von rund 85 Sekunden alternierend ein magnetisiertes Zahnrad mit acht Polen und einen Rotor mit vier Polen. Dank der beiden Kavitäten und der flexiblen Selogica-Steuerung war eine Produktion ohne Umrüsten und Sonderabläufe möglich. Verarbeitet wurde ein kunststoff­gebundenes magnetisches Compound auf Basis von PA6. Die Magnetisie­rung erfolgte über Permanentmagnete direkt im Werkzeug. Der 2K-Vakuumgreifer des Multilift Select wurde als funktionales Hart-Weich-Bauteil auf einem Freeformer 300-3X von Arburg additiv gefertigt.

Annika Müller zeigt das komplettierte Nachtlicht sowie die kleine Leiterplatte, die im Standfuß den USB-Anschluss für die Energieversorgung und einen zweiten Anschluss zum Laden eines Smartphones bereitstellt (Foto: K-AKTUELL).

Ein vertikaler Allrounder 375 V mit vorgelagerter Stanz-Biege-Zelle und platzsparend montiertem Multilift Select umspritzte auf dem Arburg-Messestand Einlegeteile mit glaskugelgefülltem PA6-GB30 zu Steckereinsätzen. Im nächsten Schritt wurden die Vorspritzlinge über Werkstückträger dem Partnerstand von Plasmatreat bereitgestellt und dort mit einem elektrischen Allrounder 470 A zu fertigen Hybridsteckern weiterverarbeitet.

Wie sich mittels Film Insert Moulding (FIM) funktionale Produkte erzeugen lassen, demonstrierte Arburg mit einer Reinraumzelle rund um einen elektrischen Allrounder 470 A am Beispiel der IMSE-Technologie des Partners Tactotek, Finnland. Dazu wurden 3D-Touch-Folien mit integrierter Elektronik und LEDs hinterspritzt, von einem Sechs-Achs-Roboter entnommen, einer LED-Prüfstation zugeführt und abgelegt. Abschließend erfolgte die manuelle Montage mit Platine und Standfuß zu einem Nachtlicht für den Schreibtisch mit einem zweiten Anschluss zum Laden eines Smartphones. Generell ist das FIM-Verfahren prädestiniert für hochwertige Touch-Funktionen z. B. im Automobil-Interieur sowie für die Elektronik-Branche und die Medizintechnik.

Additiv hergestellte faserverstärkte Bauteile

Lukas Pawelczyk, Abteilungsleiter Freeformer Vertrieb, mit der Handorthese. Stark beanspruchte Bereiche sind aus faserverstärktem PA, weiches TPE vermeidet potenzielle Druckstellen (Foto: K-AKTUELL).

Im Bereich industrielle additive Fertigung präsentierte Arburg auf der K 2019 den neuen Freeformer 300-4X mit vierachsigem Bauteilträger. Dank zusätzlicher Rotationsachse können nun Endlosfasern zugeführt, beliebig abgelegt und mit Kunststoff ummantelt werden, um Funktionsbauteile lokal zu verstärken. Auf der Messe produzierte der Freeformer 300-4X eine lokal carbonfaserverstärkte Handorthese in Hart-Weich-Verbindung.

www.arburg.de

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