BIW: Chlorfreie Produktion beim Silicon-Verarbeiter

26.05.2020

Corporate Social Responsibility gehört zu den Grundfesten des unternehmerischen Handelns der BIW Isolierstoffe GmbH mit Sitz in Ennepetal. „Wesentlich“, so Lutz Stoffels, der die Unternehmensgruppe mittlerweile in der dritten Generation führt, „ist jedoch, diesen Anspruch auch radikal zu leben bzw. im Unternehmen umzusetzen.“

Bei BIW sollen bis Ende des Jahres alle Silicon-Produkte chlorfrei entstehen. (Foto: BIW)

Bei BIW sollen bis Ende des Jahres alle Silicon-Produkte chlorfrei entstehen. (Foto: BIW)

In diesem Sinne hat BIW versprochen, bis Ende des Jahres die technischen Prozesse so zu modifizieren, dass bis dahin chlorfrei produziert wird. Damit will BIW nach eigenen Angaben in der Branche der Silicon-Verarbeiter europaweit bewusst die Vorreiterrolle einnehmen und ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Die Investitionen für diesen massiven Umstellungsprozess liegen dabei etwa im siebenstelligen Euro-Bereich. Dazu kommen die laufenden Kosten für den Einsatz des chlorfreien Vernetzers, die die Marge schmälern, da BIW die Mehrausgaben für diese nachhaltige Modifikation nicht an die Kunden weitergibt. Diese sollen schließlich keine Auswirkungen bezüglich der Qualität der Produkte oder ihrer generellen Bestellung spüren.

Trotzdem ist die BIW-Geschäftsführung mit den Chancen, die diese Vorreiter-Rolle bietet, nicht unzufrieden. Lutz Stoffels unterstreicht aber auch: „Grundsätzlich halten wir es in jedem Falle für richtig, einheitliche Regelungen für die Märkte – zumindest europaweit – zu schaffen. BIW ist hierbei in sehr guten Gesprächen mit den verschiedenen Stake-Holdern.“ Die aktuelle Umwelt-Debatte zeigt aus BIW- Sicht, dass es in jedem Fall in der Silikon-Industrie in Richtung „chlorfrei" laufen wird. Dazu Stoffels weiter: „Da dies nicht auf Knopfdruck umzusetzen ist, sahen wir uns motiviert, diesen Schritt nun komplett und proaktiv zu gehen. Um hier regulatorische Entscheidungen treffen zu können, ist es aber auch notwendig, dass die Politik sich mit den Details der Branche auseinandersetzt und nicht irgendwelche pauschalen Aussagen trifft oder realitätsferne Gesetze verabschiedet!“

BIW-CEO Lutz Stoffels: „Wir gehen diesen Schritt komplett und proaktiv.“ (Foto: BIW)

BIW-CEO Lutz Stoffels: „Wir gehen diesen Schritt komplett und proaktiv.“ (Foto: BIW)

Ein hochqualifiziertes Projektteam – unter anderem aus den Bereichen Entwicklung, Industrial Engineering und Produktion – wurde für dieses Umstellungs- und Entwicklungsprogramm zusammengestellt und zu 100 % für diese Aufgabe freigestellt.

Der chlorfreie Vernetzer war den BIW-Chemikern als peroxidische Substanz bekannt. Die gezielten F&E-Arbeiten wurden vor etwa einem Jahr allerdings massiv verstärkt, um den Vernetzer standardisiert und validiert in den verschiedenen Produktionsbereichen einsetzen zu können.

Auch die Compoundeure sind in diesem Thema am Ball, wie jüngste Veröffentlichungen zeigen. Klar ist auch, je stärker sich die Nachfrage nach dem neuen Härter entwickelt, desto geringer werden die Produktionskosten ausfallen.

Schon jetzt sind über 50 % des Produktprogramms umgestellt. Parallel dazu wird als „doppelter Boden“ zusammen mit technischen Instituten und Universitäten an der Entwicklung und Erprobung von Filterlösungen gearbeitet. Dies kann mit Recht als echte Pionierarbeit bezeichnet werden, da bislang keine „Lösung von der Stange" für diese hochkomplexen Prozesse existiert. BIW ist hier also auch Entwicklungspartner.

BIW beliefert in erster Linie Schlüssel-Industrien, die zum großen Teil auch systemrelevant sind. Deshalb zählt für diese Kunden in besonderem Maße, dass die Spezifikationen ohne jedweden Abstrich erfüllt werden. Erst nachdem dies sichergestellt und durch lange Testreihen sicherheitshalber nochmals validiert war, begann die Kundenansprache seitens BIW.

Der Vorteil für die BIW-Kunden ist, dass sie sich nun bei gleicher Qualität für den besseren ökologischen Footprint entscheiden können. Gerade in der heutigen Zeit sollte die Antwort klar sein, wenn man die Wahl hat, heißt es bei BIW. Die CSR Leitlinien vieler Unternehmen verlangen zudem schon heute entsprechende Maßnahmen. Das Thema Umweltschutz müsse also bezüglich dieser Stoffklassen kundenseitig nicht mehr diskutiert werden. Dies schaffe auch Glaubwürdigkeit bei der Nachhaltigkeit in der Lieferkette, die heute auf jeder Ebene in irgendeiner Form nachgewiesen werden muss.

www.biw.de

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