Covestro: Materiallösungen für die künftige Mobilität

03.08.2020

Covestro stellte sein neues Premiumkonzept für den Autoinnenraum der Zukunft vor. (Foto: Covestro)

Covestro stellte sein neues Premiumkonzept für den Autoinnenraum der Zukunft vor. (Foto: Covestro)

Auf dem VDI-Kongress PIAE, der in der letzten Woche als digitale Veranstaltung stattfand, präsentierte Covestro, Leverkusen, Materiallösungen für neue Mobilitätstrends wie autonomes Fahren, Elektroautos und Carsharing.

Das Auto der Zukunft ist voll vernetzt und gliedert sich nahtlos in das tägliche Leben ein. Bei seiner Gestaltung werden moderne Kunststoffe und Technologien eine wichtige Rolle spielen. Der Autoinnenraum wird sich zum multifunktionalen Wohn- und Arbeitsraum entwickeln. „Daraus ergeben sich ganz neue Nutzererwartungen an die eingesetzten Materialien“, erläuterte Jochen Hardt, der das globale Marketing Mobility bei Covestro leitet, in einem Plenarvortrag am ersten Kongresstag. Auf der Kunststoffmesse K 2019 präsentierte Covestro dazu ein Premium-Innenraumkonzept. Der gemeinsam mit Partnern entwickelte Prototyp wurde auch beim VDI-Kongress vorgestellt.

Multifunktionaler Innenraum

Das bisher größte dreidimensionale OLED-Display als Schnittstelle zwischen Mensch und Auto bietet optische Qualität, Widerstandsfähigkeit und Designanspruch. (Foto: Covestro)

Das bisher größte dreidimensionale OLED-Display als Schnittstelle zwischen Mensch und Auto bietet optische Qualität, Widerstandsfähigkeit und Designanspruch. (Foto: Covestro)

„Das Konzept bietet zugleich neue Differenzierungsmöglichkeiten für die Autoindustrie“, sagte Jochen Hardt, der auch dem Expertengremium für den VDI-Kongress angehört. Bei dem umfassenden Ansatz gehe es gleichermaßen um Funktionalität, Komfort und Design, aber auch um Effizienz und Leichtgewichtigkeit. Highlight-Themen sind multi-sensorische Infotainment-Systeme, neuartige Sitzkonzepte, smarte Oberflächen und eine individuelle Beleuchtung.

So kommen Im Auto der Zukunft Displays und Anzeigeinstrumenten im Innenraum eine ganz neue Bedeutung zu. Sie werden zu Infotainment-Systemen, die die Insassen mit der Außenwelt vernetzen und ihnen je nach Nutzung Informationen oder Unterhaltung bieten. Um die steigenden Ansprüche an Funktionalität und Design zu erfüllen, sind neue Konzepte im Displaydesign und eine gute Integration im Auto-Cockpit gefragt. Gemeinsam mit einem Industriepartner hat Covestro ein Displaykonzept entworfen, das sich durch optische Qualität, Widerstandsfähigkeit und Designanspruch auszeichnet.

Ergebnis ist das bisher größte dreidimensionale OLED-Display als Schnittstelle zwischen Mensch und Auto. Darin wurden gleich zwei Covestro-Werkstoffe eingesetzt: das Polycarbonat Makrolon Ai und die Polycarbonatfolie Makrofol. Beide thermoplastischen Produkte ermöglichen die Verarbeitung zu geometrisch herausfordernden Bauteilen guter Qualität und Langlebigkeit. Oberfläche, Form, Haptik und Optik des Bauteils können individuell an die Wünsche des Kunden angepasst werden.

Platzsparendes Tischkonzept

Das modulare Tischsystem nutzt endlosfaserverstärkte thermoplastische Composites mit Polycarbonat-Matrix. (Foto: Covestro)

Das modulare Tischsystem nutzt endlosfaserverstärkte thermoplastische Composites mit Polycarbonat-Matrix. (Foto: Covestro)

Endlosfaserverstärkte thermoplastische Composites (CFRTP) mit Polycarbonat-Matrix ermöglichen die Konstruktion robuster, ultradünner und daher sehr leichter, platzsparender Bauteile mit hochwertigen optischen Eigenschaften. Solche Werkstoffe der Produktfamilie Maezio sind u. a. für die Konstruktion von Bauteilen im Autoinnenraum der Zukunft geeignet. Welche Möglichkeiten sich dabei eröffnen, unterstreicht ein modulares Tischsystem, das ein Konsortium aus Covestro als Hersteller der thermoplastischen Composites, Engel Austria als Maschinen- und Prozesstechnikanbieter und die Dr. Schneider Kunststoffwerke als TIER-Lieferant der Automobilindustrie entwickelt hat.

Der Verbundwerkstoff ermöglicht eine dünne und dennoch hochsteife Konstruktion des Tisches mit hoher Oberflächenqualität bei geringem Platzbedarf. Er misst 41 cm in der Länge und 32 cm in der Breite, wobei seine Dicke von 5 mm an der Außenkante nach innen hin bis auf 10 mm zunimmt. Ober- und Unterseite bestehen jeweils aus einer 1 mm dicken Schicht aus dem Polycarbonat-Verbundwerkstoff. Bei einem Eigengewicht von nur 690 g kann der Tisch eine Last von mehr als 50 kg tragen.

In Ruhe und entspannt ankommen

Der sogenannte PrivacyDome unter Verwendung von PUR schützt den Passagier vor Lärm und Störgeräuschen. (Foto: Covestro)

Der sogenannte PrivacyDome unter Verwendung von PUR schützt den Passagier vor Lärm und Störgeräuschen. (Foto: Covestro)

Mit dem Elektroantrieb wurde eine geräuscharme Mobilität eingeführt. Doch auch der Passagier eines E-Autos wird nicht akustisch abgeschirmt von seiner Umwelt fahren können: Durch den leiseren Motor dringen Geräusche des Straßenverkehrs umso lauter an sein Ohr. Covestro hat jetzt eine neue Materiallösung zur Geräuschdämpfung im Innenraum von Elektroautos entwickelt. Sie ist Teil eines Premiumkonzepts zur künftigen Gestaltung des Autointerieurs.

Der sogenannte PrivacyDome ist eine automatisch herausfahrbare Kuppel über dem Kopf eines Passagiers, die ihn oder sie vor Lärm und Störgeräuschen schützt. In dieser Kuppel wurde das Polyurethansystem Baynat von Covestro eingesetzt, das sich in der Schalldämpfung des Autoinnenraums bestens bewährt hat. Durch Integration von Lautsprechern im PrivacyDome ist sogar eine individuelle Musikauswahl möglich.

Neues Sicherheitskonzept für die Batterie

Eine Lithium-Ionen-Batterie ist das Herzstück im Elektro- und Hybridauto der Zukunft. Bei ihrer Konstruktion kommt es nicht nur auf eine große Leistung an, die maßgeblich die Reichweite des Fahrzeugs bestimmt, sondern auch auf größtmögliche Sicherheit, zum Beispiel bei einem Unfall: Beim Aufprall könnten die Batteriemodule beziehungsweise -zellen beschädigt werden, eventuell auch überhitzen oder gar Feuer fangen.

Ein neues Konzept für ein Batteriegehäuse auf Basis von PUR soll die Lithium-Ionen-Batterien in Elektro- und Hybridautos besser schützen. (Abb.: Covestro)

Ein neues Konzept für ein Batteriegehäuse auf Basis von PUR soll die Lithium-Ionen-Batterien in
Elektro- und Hybridautos besser schützen. (Abb.: Covestro)

Covestro hat ein neues Konzept für ein Batteriegehäuse auf Basis des Polyurethan-Systems Baydur Pul in Kombination mit der Pultrusions-Technologie entwickelt. Dabei handelt es sich um ein kontinuierliches Verfahren zur effizienten Herstellung faserverstärkter Kunststoffteile.

In einem Vortrag am ersten Kongresstag berichtete Galen Greene, Marketing Manager Transportation im Segment Polyurethanes, über die besondere mechanische Stabilität dieses Werkstoffs bei gleichzeitig geringem Gewicht. „Mit solchen Entwicklungen und den zugehörigen Tests wollen wir unseren Beitrag leisten, um die Elektromobilität sicherer, wirtschaftlicher und damit attraktiver zu machen“, so der Covestro-Batteriexperte. „Dazu sind wir auch auf der Suche nach Partnern für die weitere Optimierung dieses vielversprechenden Batteriekonzepts.“

Im Fokus: Kunststoff-Rezyklate im Auto

Jochen Hardt war auch Podiumsteilnehmer einer Diskussionsrunde zum Thema „Rezyklate – Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für den Einsatz von Kunststoffen im Fahrzeug der Zukunft“ am ersten Kongresstag. Covestro setzt sich für die Wiederverwertung von Kunststoffen und die Nutzung alternativer Rohstoffe ein. Mit einem langfristigen Programm will sich das Unternehmen stark auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten und dabei auch eine gestaltende Kraft für die Kunststoffindustrie sein. Auch zu diesen Themen zeigte das Unternehmen Entwicklungen an seinem virtuellen Messestand.

Schon seit Jahren setzt Covestro biobasierte Rohstoffe sowie CO2 in der Produktion ein. Kürzlich wurde auch eine strategische Zusammenarbeit mit dem finnischen Chemieunternehmen Neste über die Belieferung mit Material aus erneuerbaren Quellen vereinbart. Es soll einen wichtigen Teil der bisher zur Herstellung von Polycarbonaten verwendeten fossilen Rohstoffe ersetzen.

Aktuell entwickelt Covestro gemeinsam mit Partnern neue Technologien für das Recycling von Kunststoffen. Das Unternehmen ist außerdem Mitglied der Projektgruppe Circularise Plastics. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, einen neuen Standard für die Rückverfolgbarkeit von Kunststoffen bis zum Rohstoff zu etablieren, um ein effektives Recycling zu erleichtern.

www.covestro.com

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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