Feddersen-Gruppe: Werkstofflösungen für Kreislaufwirtschaft und Leichtbau

01.09.2021

Die Unternehmen der Feddersen-Gruppe freuen sich, in diesem Jahr wieder persönliche Kontakte auf der Messe knüpfen zu können. (Foto: Feddersen)

Die Unternehmen der Feddersen-Gruppe freuen sich, in diesem Jahr wieder persönliche Kontakte auf der Messe knüpfen zu können. (Foto: Feddersen)

Die Unternehmen der Feddersen-Gruppe, Hamburg, warten zur Fakuma 2021 mit einem ganzen Strauß an neuen Produkten und Dienstleistungen auf, um Ideen und Anregungen für zukunftsorientierte Anwendungen zu geben. Auf dem Messestand stellen folgende Unternehmen der Feddersen-Gruppe gemeinsam aus: K.D. Feddersen, Akro-Plastic, AF-Color, Bio-Fed, PolyComp und M.Tec Engineering.

Neue internationale Partnerschaften

Der Kunststoff-Distributor K.D. Feddersen besiegelte zu Beginn des Jahres 2021 eine Kooperation mit der Ascend Performance Materials, dem weltweit größten voll integrierten Hersteller von PA 66. Die Ascend-Produktfamilien beinhalten unverstärkte, verstärkte, schlagzähmodifizierte und flammgeschützte technische Kunststoffe sowieso weitere spezielle Formulierungen für Extrusion und Spritzgießen. Seit März 2021 hat das Unternehmen zudem in Deutschland und Europa sein Portfolio um das Medizintypen-Sortiment der Marken Hostaform (POM), Vectra(LCP), Celanex(PBT) und Fortron (PPS) von Celanese erweitert.

Auch die Zusammenarbeit der Feddersen-Gruppe mit dem koreanischen Unternehmen Hyosung Chemical wurde in Europa intensiviert. Seit dem Frühjahr werden alle zur Hyosung-Marke Poketone zählenden Werkstofftypen aus Polyketon nun auch von K.D. Feddersen und ihren regionalen Tochterunternehmen in Deutschland und Europa vertrieben, nachdem bereits seit 2015 das Schwesterunternehmen K.D. Feddersen Ueberseegesellschaft mit ihrem Geschäftsbereich Polymers & Compounding Technology überwiegend deren Extrusionstypen an die Compoundierindustrie vertreibt.

Das Thermomanagement wird bei zukünftigen Entwicklungen alternativer Antriebskonzepte an Bedeutung gewinnen. Um all dies zu gewährleisten, müssen Zulieferer der Automobilindustrie anwendungsoptimierte Werkstoffe einsetzen, wie etwa das Hostacom EKG 2087T von LyondellBasell. Diese Type ist ein mit 30 % Kurzglasfasern verstärktes PP-Copolymer. Dieses PP-Compound zeigt im Vergleich zu Standardtypen eine hohe Performance hinsichtlich der Kriechfestigkeit.

Biobasierte und recycelte Kunststoffe

Der Distributor hat insbesondere auch sein Angebot an Werkstoffen aus alternativen, nachhaltigen Quellen ausgebaut und greift dazu auf viele neue, besondere Produkte seiner Partner Celanese, Trinseo, Aurora Kunststoffe und Bio-Fed, die als Zweigniederlassung von Akro-Plastic ebenfalls zur Feddersen-Gruppe gehört, zu. Das so erweiterte Portfolio umfasst zusätzliche biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe ebenso wie hochwertige Recyclingwerkstoffen aus Post-Industrial als auch massebilanzierten Quellen mit einem Eigenschafts- und Qualitätsniveau, das dem von Neuware nahekommt bzw. sogar gleich ist.

Das in Köln ansässige Unternehmen Bio-Fed stellt ebenfalls auf dem Gemeinschaftsstand der Gruppe aus und setzt seinen Fokus in diesem Jahr auf seine Biocompound-Produktpalette, die für flexible und feste Anwendungen sowie für verschiedenste Fertigungsverfahren geeignet ist.

Für die Verarbeitung im Spritzgießen sind aus der Serie M-Vera GP bereits mehrere Typen nach OK compost Home zertifiziert. Diese sind nahezu 100 % biobasiert und eignen sich auch für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt. Zudem gibt es zahlreiche Spritzgießmaterialien, die nach OK compost Industrial (nach EN 13432) zertifiziert sind.

Für das Tiefziehen und die Profilextrusion hat Bio-Fed transparente sowie gefüllte Biocompounds im Angebot. Eine Zertifizierung nach OK compost Industrial ist derzeit in Vorbereitung.

Auch für Blasformanwendungen sowie für Monofilamente für den 3D-Druck sind Werkstoffe erhältlich.
Für die Folienextrusion bieten die Kölner Biocompounds mit OK-compost-Home-Zertifizierung, zum Beispiel für Obst- und Gemüsebeutel. Auch spezielle bodenabbaubare Typen für Mulchfolien stehen zur Verfügung. Die zugehörige Soil-Zertifizierung nach EN 17033 von DIN Certco ist derzeit ebenfalls in Vorbereitung. Eine stetige Erweiterung des Portfolios um weitere biobasierte und bioabbaubare Produkte im Sinne der Kreislaufwirtschaft und des Green Deals ist in Arbeit.

Additive unterstützen Materialkreisläufe

Gemeinsam mit AF-Color, ebenfalls eine Zweigniederlassung von Akro-Plastic, arbeitet man zudem an Farb- und Additivkonzentraten für zahlreiche Problemlösungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Die aus der Zusammenarbeit resultierenden Produkte leisten hier einen maßgeblichen Beitrag.

Die rußfreien Masterbatches der Produktreihe AF-Color IR tragen zu einer verbesserten NIR-Detektion von unterschiedlichen Kunststofftypen im Bereich der Abfallsortierung bei.

Ebenso erarbeitet die hauseigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung von AF-Color und Bio-Fed Produkte auf der Basis biobasierter, -abbaubarer und umweltverträglicher Additive z. B. einen Geruchsabsorber. Diese speziellen Additivmasterbatches werden, nach erfolgter Zertifizierung innerhalb der EN 13432, als AF-Eco erhältlich sein, bzw. ansonsten als Bestandteil des AF-Complex-Portfolios vertrieben.

Ferner bietet AF-Color innerhalb des Sortiments AF-Color HP für Hochtemperaturpolymere neue Farbnuancen für die Einfärbung von Polyamid, wie zum Beispiel ein farbstarkes Orange für E-Mobility-Anwendungen.

Eine neu entwickelte, PA-verträgliche Treibmittel-Produktreihe ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen im Bereich Leichtbau.

Kombination von Nachhaltigkeit und Leichtbau

Das Thema Nachhaltigkeit genießt bei Akro-Plastic einen hohen Stellenwert. Bereits seit 2019 wird CO2-neutraler Strom und Gas für die Produktion und die Verwaltungsgebäude eingekauft. Auf der Fakuma 2021 werden jetzt erstmals die neuen nachhaltigen Produktreihen Akromid Next und Precite Next vorgestellt.

Ein Vertreter des Akromid-Next-Portfolios ist das teilweise biobasierte Akromid Next G auf Basis von PA 69. Als dichtereduziertes Lite-Compound mit einem Anteil biocircularem PP und aufbereiteten Carbonfasern sowie durch die Kombination mit chemischen oder physikalischen Schäumprozessen werden Nachhaltigkeit und Leichtbau kombiniert. Dies sowie die Hydrolysebeständigkeit prädestinieren das Material zum Beispiel für die Kühlwasserkreisläufe zukünftiger E-Fahrzeuge.

Zudem wollen Akro-Plastic und seine Zweigniederlassungen Bio-Fed und AF-Color verschiedene Produkte nach den führenden Nachhaltigkeits-Zertifizierungssystemen ISCC Plus oder REDcert² zertifizieren lassen. „Gern möchten wir uns auf der Messe mit den Besucherinnen und Besuchern zu diesen Zertifizierungssystemen austauschen“, so Thilo Stier, Leiter Vertrieb und Innovation bei Akro-Plastic.

Granulat für den 3D-Druck

Mit dem Boom der additiven Fertigung entwickelt sich aktuell ein weiteres interessantes Anwendungsfeld für Polyamide. Hier bietet der Compoundeur mit seinen hoch kohlenstofffaserverstärkten Compounds Materiallösungen an, die sowohl gute mechanische Eigenschaften als auch eine hohe Produktionsgeschwindigkeit bei gleichzeitig hoher Chargenkonstanz bieten. „Der 3D-Druck mit Granulat ist bereits in der Serie erprobt. Die Schnelligkeit in der Produktentwicklung und die Skalierbarkeit der additiven Fertigung wurde von Faurecia und Yizumi Germany für das Ridepooling-Unternehmen Moia eindrucksvoll umgesetzt. Mit dem für die additive Fertigung optimierten Akromid B3 ICF 30 AM (7451) wurden innerhalb kürzester Zeit Hygiene-Schutzschilde hergestellt, die den Betrieb in Zeiten von Corona sicherer machen. Natürlich erfüllt die Anwendung die anspruchsvollen Anforderungen der Automobilindustrie“, so Thilo Stier.

Simulationsgestützte Entwicklungstools

Die ebenfalls zur Firmengruppe gehörende Aachener Ingenieurgesellschaft M.Tec Engineering baut die KI-basierende Entwicklungsmethode zur Verzugsoptimierung von Kunststoffbauteilen zu einer Gruppe von simulationsgestützten Entwicklungstools aus. Damit können Themen wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Innovation auf tiefgreifende Weise in das Engineering von Produkten und Prozessen eingebunden werden. Wie das genau funktioniert, wird dem interessierten Messepublikum vor Ort erläutert.

www.kdfeddersen.com

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