FIT: 3D-Druck-Lösung gegen Maskenmangel

07.04.2020

Der Filterträger FiT kann mit nahezu jedem Filtermaterial zu einer Notbehelfsmaske kombiniert werden. (Foto: FIT AG/Lisa Kirk)

Der Filterträger FiT kann mit nahezu jedem Filtermaterial zu einer Notbehelfsmaske kombiniert werden. (Foto: FIT AG/Lisa Kirk)

Der Fertigungsspezialist FIT Additive Manufacturing Group, Lupburg, reagiert auf die Corona Pandemie mit der Entwicklung eines speziellen Filterträgers (FiT) für die breite Bevölkerung, der mit nahezu jedem Filtermaterial zu einer Notbehelfsmaske kombiniert werden kann. Durch einfachen und schnellen Filterwechsel kann der Filterträger mehrfach verwendet werden. Ein kleineres Modell speziell für Kinder wird gerade entwickelt. Den Datensatz für ein 3D-druckbares Modell stellt das Unternehmen auf seiner Homepage kostenlos zum Download zur Verfügung.

Überall auf der Welt leiden die Gesundheitssysteme und die Bevölkerung unter einem Mangel an Schutzausrüstung. Die Menschen, die in den Krankenhäusern an vorderster Front um das Überleben von infizierten Patienten kämpfen, brauchen deshalb alles an professioneller Schutzausrüstung, was hergestellt werden kann, um sich selbst vor Ansteckung zu schützen. Gleichzeitig muss sich aber auch die Bevölkerung vor einer Infektion schützen, um die Infektionsrate zu senken und somit Krankenhäuser zu entlasten. Aktuell gewinnt deshalb das Tragen von Schutzmasken einen immer größeren Stellenwert. So hat dieser Tage der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, zum Tragen von Schutzmasken aufgerufen. Das Problem: An vielen Stellen stehen keine Schutzmasken mehr zur Verfügung, womit ein zunehmender Verteilungskampf droht.

Die Filterträger lässt sich im 3D-Druck herstellen. (Foto: FIT AG/Lisa Kirk)

Die Filterträger lässt sich im 3D-Druck herstellen. (Foto: FIT AG/Lisa Kirk)

Aus diesem Grund hat die FIT Additive Manufacturing Group mit dem Filterträger FiT eine Alternative zu herkömmlichen Masken entwickelt, damit jeder auch ohne Maske das Risiko reduzieren kann, andere anzustecken. Der einfach zu montierenden Bausatz ist mehrfach verwendbar, desinfizierbar, spülmaschinenfest und besteht aus zwei identischen Kunststoffkörbchen, zwischen die ein beliebiges Filtermaterial, vom einem Papiertaschentuch, über Baumwolltücher oder antimikrobielle Bezüge bis hin zu professionellem Vliesmaterial eingelegt werden kann. Ein Austausch des Filtermaterials ist jederzeit schnell und einfach möglich, da jedes Material durch zunehmende Feuchtigkeit an Wirkung verliert. Je nachdem, welcher Filter eingelegt wird, verändert sich auch die Effektivität, kleinste Partikel aus der Luft zu filtern, wie eine Studie der Universität Cambridge ergeben hat, wobei der Staubsaugerbeutel im Vergleich zur OP-Maske in dieser Studie aus dem Jahr 2013 am besten abgeschnitten hat.

„Wir sehen, wie dringend in der Bevölkerung und in den Unternehmen Atemschutzmasken benötigt werden, und wollen unseren Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus mit unserem FiT Filterträger leisten. Uns ist dabei vollkommen klar, dass unser Filterträger gesunde Menschen nicht vor einer Infektion schützen kann. Wir wollen damit lediglich den Fremdschutz verbessern, d.h. das Risiko reduzieren, dass infizierte Menschen durch Tröpfcheninfektion andere anstecken. Damit wollen wir zu einer Verlangsamung der Ansteckungsrate beitragen. Und nur darum geht es im Moment“, erklärt Carl Fruth, CEO bei der FIT AG. In den vergangenen Tagen wurde bei dem Oberpfälzer Experten für additive Fertigung eine erste Version des Filterträgers FiT mittels 3D-Druck hergestellt. Jetzt steht eine weiterentwickelte Version zur Verfügung, die im Spritzgießverfahren schnell und günstig zigtausendfach hergestellt werden kann. Als nächstes plant das Unternehmen ein kleineres Modell speziell für Kinder.

Weitere Infos, Bestellmöglichkeit und STL-Download sind unter fit.technology/nichtohnemaske.php verfügbar.

www.fit.technology

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