Hotset: Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik gestartet

29.06.2020

Im neuen Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik (SIT) können sich Spritzgießer, Werkzeugbauer und Produktentwickler aus erster Hand über die Leistungsfähigkeit des Z-Systems informieren. (Foto: Hotset)

Im neuen Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik (SIT) können sich Spritzgießer, Werkzeugbauer und Produktentwickler aus erster Hand über die Leistungsfähigkeit des Z-Systems informieren. (Foto: Hotset)

Nach mehrmonatiger Vorbereitung nimmt in diesen Tagen das Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik (SIT) seine Arbeit auf. Die Neugründung ist eine Einrichtung des Thermodynamik-Spezialisten Hotset, Lüdenscheid, und bietet Fachleuten aus Kunststofftechnik und Werkzeugbau die Möglichkeit, sich aus erster Hand in vollem Umfang über das Z-System zu informieren. Das High-Speed-Verfahren für die partiell-zyklische Kavitäten-Temperierung gilt als eine wichtige Entwicklung auf dem Gebiet der variothermen Werkzeugtemperierung. Im neuen Systemcenter wird es in einer Engel- Spritzgießmaschine präsentiert.

Das flexible, dynamische High-Speed-Verfahren wurde vor knapp vier Jahren vorgestellt und ist heute bereits bei zahlreichen Kunststoffverarbeitern der Consumerindustrie und des Automobilbaus im Einsatz. „In unserem neuen Technikum in Lüdenscheid ist das Z-System nun sowohl als stand-alone- oder Nachrüstlösung in Aktion zu sehen als auch in der vollintegrierten Variante in einer 800-kN-Spritzgießmaschine von Engel“, berichtet René Schlöter, der technische Leiter des Systemcenters für Industrielle Temperiertechnik (SIT). Der Spritzgießmaschinenbauer Engel bietet seinen Kunden die Integration des Hotset-Temperiersystems als Option an.

Komplettes Prozess-Equipment

René Schlöter, technischer Leiter des SIT: „In unserem neuen Technikum ist das Z-System sowohl als stand-alone- und Nachrüstlösung in Aktion zu sehen als auch in der vollintegrierten Variante in einer 800-kN-Spritzgießmaschine von Engel.“ (Foto: Hotset)

René Schlöter, technischer Leiter des SIT: „In unserem neuen Technikum ist das Z-System sowohl als stand-alone- und Nachrüstlösung in Aktion zu sehen als auch in der vollintegrierten Variante in einer 800-kN-Spritzgießmaschine von Engel.“ (Foto: Hotset)

Der Einsatz des Z-Systems in einem Spritzgieß-Werkzeug führt zu Verbesserungen der Oberflächenqualität von Kunststoff-Formteilen und ermöglicht zudem die Realisierung filigraner Mikrostrukturen mit sehr geringen Wanddicken. Im neuen Temperiercenter können sich Werkzeugbauer und Spritzgießer nun unverbindlich ein Bild von der Performance und Energieeffizienz des dynamischen Temperierverfahrens machen. „Der thermisch und regeltechnisch komplexe Prozess des Z-Systems lässt sich in unserem neuen Technikum sehr gut veranschaulichen und praxisnah darstellen, so dass der potenzielle Anwender die Vorteile sofort erkennen kann“, erklärt René Schlöter.

Um dies zu erreichen, bildet die technische Ausstattung des SIT den kompletten Spritzgieß-Prozess so ab, wie er meist auch vor Ort in den Produktionslinien der Unternehmen zu finden ist. Neben der Spritzgießmaschine und der gesamten Regeltechnik für das Z-System befinden sich hier also auch die erforderlichen Werkzeug-Vorrichtungen, eine Aufbereitungsanlage für das Kühlwasser aus Maschine und Werkzeug sowie eine moderne Materialtrocknungsanlage der Wenz Kunststoff GmbH, der eine besondere Rolle zufällt. Denn wie René Schlöter betont, „ist die richtige Materialaufbereitung nicht nur ein wichtiger Faktor für das Spritzgießen an sich, sondern auch für den erfolgreichen Einsatz des Z-Systems. Es ist daher ein echter Gewinn, dass das mit uns befreundete Unternehmen Wenz mit im Boot ist.“ Grundsätzlich legte man bei Hotset großen Wert darauf, an der technischen Ausrüstung des neuen Temperiercenters möglichst viele Firmen aus der regionalen Umgebung zu beteiligen. Auch Engel ist mit einer Niederlassung in Hagen lokal vor Ort.

Die zwei Varianten der High-Speed-Temperierung

Im neuen SIT in Lüdenscheid ist ein kompletter Spritzgieß-Prozess mit Engel-Spritzgießmaschine, Z-System sowie Werkzeug-Vorrichtungen, Kühlwasser-Aufbereitung und Materialtrocknungsanlage von Wenz installiert. (Foto: Hotset)

Im neuen SIT in Lüdenscheid ist ein kompletter Spritzgieß-Prozess mit Engel-Spritzgießmaschine, Z-System sowie Werkzeug-Vorrichtungen, Kühlwasser-Aufbereitung und Materialtrocknungsanlage von Wenz installiert. (Foto: Hotset)

Das Z-System wird dem Anwender von Hotset stets als fallspezifisch abgestimmte, einsatzfertige Komplettlösung inklusive der passenden Regeltechnik zur Verfügung gestellt. Es besteht aus mehreren Hard- und Software-Komponenten und wird in das Werkzeug integriert – ähnlich wie ein konventionelles Heißkanalsystem. Synchronisiert mit dem Spritzgießprozess lassen sich die Kavitäten damit punktuell oder ausschnittsweise erwärmen und abkühlen. Da dies mit einer Heizrate von bis zu 60 K/s geschieht, sprechen Fachleute hier von einem High-Speed-Temperiersystem. Mit anderen Worten: Es lassen sich mit dem Z-System in sehr kurzen Zyklen sehr schnelle Temperaturwechsel im Werkzeug realisieren.

Neben dem festen Einbau im Werkzeug und der kompletten Bereitstellung inklusive Schaltschrank und Touchscreen seitens Hotset besteht auch die Möglichkeit der Vollintegration des Z-Systems in die Steuerung der Engel-Spritzgießmaschine, wobei dann auf zusätzliche Peripherie verzichtet werden kann. In diesem Fall leistet Hotset die Konstruktion ins Werkzeug sowie den Einbau und die Inbetriebnahme des Temperiersystems. Für diese Variante steht im neuen Technikum exemplarisch die Spritzgießmaschine von Engel. In gemeinsamen Kundenprojekten übernimmt der Maschinenbauer die Hardwareerweiterung zur Regelung und Visualisierung. René Schlöter berichtet: „Die Ingenieure von Engel haben eine Lösung für die Regeltechnik und die Software-Implementierung erarbeitet, so dass eine Vollintegration des Z-Systems auf der Basis herkömmlicher Industrie-Schnittstellen möglich ist.“ Außerdem habe sich gezeigt, dass viele Engel-Technologien wie etwa das Temperierwasser-Verteilsystem e-flomo und das intelligente Assistenzsystem iQ weight control passende Prozesspartner für das Z-System sind.

Als erster Spritzgießmaschinen-Hersteller hat Engel das Z-System in einer seiner 800-kN-Maschinen steuerungstechnisch integriert. (Foto: Hotset)

Als erster Spritzgießmaschinen-Hersteller hat Engel das Z-System in einer seiner 800-kN-Maschinen steuerungstechnisch integriert. (Foto: Hotset)

Im neuen Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik (SIT) lassen sich viele verschiedene Situationen aus der Kunststoffverarbeitung praxisnah durchspielen. Dabei kann – beispielsweise für Kundenabmusterungen oder Materialversuche mit dem Z-System – sowohl auf die vollintegrierte Maschinenlösung als auch auf die bisher weit verbreitete Stand-alone- oder Nachrüstlösung von Hotset zugegriffen werden.

Die Ingenieure von Hotset stehen bereits im engen Austausch mit namhaften Werkstoffanbietern, um mit ihnen ein temperiertechnisch orientiertes Materialangebot zu erstellen. Darauf sollen dann auch Kunden von Engel vollen Zugriff haben.

www.hotset.com
www.engelglobal.com

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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