Inotec: Prozessintegration für IMD und IML

22.07.2019

Smart Surfaces, intelligente Oberflächen der Zukunft, standen kürzlich im Mittelpunkt eines Technologietags der inotec GmbH Innovative Kunststofftechnik mit Sitz in Manching. In den Räumlichkeiten des Audi Sportpark Ingolstadt informierten sich rund 60 Teilnehmer in sechs Vorträgen über die neuesten Trends in der IMD- und IML-Dekoration. Darüber hinaus konnten sie das Hinterspritzen einer hinterleuchtbaren Tag-Nacht-Folie mit Touch-Funktion bei inotec vor Ort live erleben.

Hinterspritzte Türleiste im Tag-Nacht-Design (Foto: Inotec, Manching)

Hinterspritzte Türleiste im Tag-Nacht-Design (Foto: Inotec, Manching)

„Komplexitätsmanagement ist die Kunst, Unsicherheit in einen Wettbewerbsvorteil umzuwandeln“, bringt inotec-Geschäftsführer Manfred Schuldes eine der künftigen Anforderungen auf den Punkt, der sich inotec derzeit stellt. „Der Wunsch nach Einfachheit ist eine ganz natürliche Reaktion auf den digitalen Umbruch, der auch eine unglaubliche Fülle an technisch Machbarem und damit auch interessante Herausforderungen mit sich bringt.“

Im Automobil sind intelligente Oberflächen, sogenannte Smart Surfaces, eine der Antworten auf den gesellschaftlichen Megatrend Einfachheit. Ziel ist eine möglichst hohe Funktionsintegration und damit die Reduktion von Schaltern und Anzeigen, um Fahrer im Innenraum nicht mit unwesentlichen Informationen zu überfrachten. Gleichzeitig sind solche technischen Lösungen so komplex, dass sie nur im Verbund, beginnend und endend beim Kunden, gelöst werden können. „Alle Vorträge während unseres Technologietags haben unterstrichen, dass wir in der Kunststoffverarbeitung neben der Ära der Funktionsintegration auch die Ära der technologieübergreifenden Prozessintegration eingeläutet haben“, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer Andreas Baumeister.

Martin Hahn, Head of Application, Technology & Innovation bei Leonhard Kurz, hatte im ersten Vortrag des Tages einen Überblick über die verschiedenen Applikationsprozesse sowie einen Ausblick über zukünftige technische Lösungen im Bereich Funktionsfolien gegeben. Gemeinsam mit Dr. Wolfgang Clemens, Abteilungsleiter Product Management bei der Kurz-Tochter PolyIC, beschloss die Vortragsreihe mit Ausführungen zum Thema Functional Foil Bonding. Kapazitive IML-Sensorfolien werden durch Fingerberührung betätigt und ersetzen in immer mehr Fällen mechanische Schalter und Regler. Die leitfähigen, funktionalen Folien sind transparent, extrem robust und können auch in gewölbte Kunststoffteile integriert werden.

IMD-Fertigungszelle von Sumitomo (SHI) Demag (Foto: Inotec, Manching)

Markus Hausmann und Henrik Langwald als Vertreter des Spritzgießmaschinenherstellers Sumitomo Demag (SHI) hatten die Lösungen zu IML und IMD vorgestellt, bestehend aus Spritzgießmaschine, Folienvorschub, Reinraumtechnik, IMD-Werkzeug, UV-Härtung, Reinigungsstationen und Automation von Beschnitt und Teileförderung. Ihnen folgte Wolfgang Faßnacht von Fassnacht Werkzeugbau. Er referiert über die Vor- und Nachteile von IMD und IML aus Werkzeugsicht und gab einen Überblick über die Herausforderungen, die das jeweilige Verfahren an das Werkzeug stellt.

2-stufiger Fertigungsprozess: Funktionsfolie mit Touchbedienung

Auf dem Betriebsgelände von inotec war eine neue IMD/IML-Fertigungsanlage in Funktion zu sehen. Auf einer Spritzgießmaschinen Systec Servo 280/630-1450 von Sumitomo (SHI) Demag mit integrierter IMD-Funktionszelle wurde eine Türleiste im Tag-Nacht-Design zuerst im Inmold-Labeling-Verfahren dekoriert. Im nächsten Prozessschritt wird im Functional-Foil-Bonding-Verfahren von Leonhard Kurz eine Funktionsfolie mit Touchbedienung aufgebracht.

Im Anschluss an die Live-Vorführung sprach Jürgen Schwarz von SAR Electronic, einem Entwicklungslieferanten für Handhabungssysteme und Nachbearbeitungssysteme, über modulare Konzepte für die Automatisierung von IMD- und IML-Verfahren. Ihm folgte Nils Wehmeier vom Thermoforming-Spezialisten Qin-Form aus Herford, der aufzeigte, wie sich thermoplastisch geformte Inserts im IML-Verfahren bereits während der Formgebung oder auch später beim Kunden einfach, wirtschaftlich und prozesssicher foliendekorieren lassen.

Über die inotec GmbH

Die inotec GmbH mit Sitz im oberbayerischen Manching ist ein mittelständischer Kunststoffverarbeiter, der sich seit 20 Jahren auf das Spritzgießen von optischen und technischen Kunststoffteilen spezialisiert hat. Mit den Sonderverfahren Gasinnendruck- und Zweikomponententechnik für Hart-Weich-Verbindungen hat sich Inotec als Hersteller von sicherheitsrelevanten, dokumentationspflichtigen und/oder maßkritischen Teilen sowie Sichtteilen in PMMA-Klavierlackoptik etabliert. Kunden sind die Automobilindustrie, die Medizintechnik, die Baumaschinenindustrie sowie die Elektro- und Elektronikbranche. Spritzgießmaschinen mit Schließkräften von 250 bis 13.000 kN Schließkraft stellen thermoplastische Teile bis zu einem Teilegewicht von 3 kg her.

www.inotec-kt.de; www.kurz.de; www.dpg.com

Die Teilnehmer am inotec-Technologietag IMD/IML (Foto: Inotec, Manching)

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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