Koch Industrieanlagen: Robotersysteme für die Converting-Branche

22.04.2021

Der Bereich Converting ist ein wichtiges Geschäftsfeld für die Koch Industrieanlagen GmbH, Dernbach. Über 700 Robotersysteme hat das rheinland-pfälzische Unternehmen bereits in Betrieben im In- und Ausland installiert.

Die Converting-Industrie gehört zu einem der größten Industriezweige in Europa. Die Betriebe sind auf die Herstellung und Verarbeitung von einwandfreien Folienrollen aller Art spezialisiert. Die Aufgaben beginnen bei der Extrusion der Folie und reichen über die Veredlung mittels Beschichtung, Kaschierung, Laminierung oder Bedruckung bis hin zum Wickeln und Schneiden sowie der Lagerung der flexiblen Verpackungen. Für das Handling und Verpacken von teilweise sehr unterschiedlichen Rollentypen während der Verarbeitungsprozesse sind aktuell immer mehr vollautomatische Produktionsanlagen und Lösungen gefragt.

Spezialisiert auf schlüsselfertige Robotersysteme

Jan-Henning Röseler: In der Converting Branche verzeichnen wir einen deutlichen Trend hin zur Automatisierung von Anlagen. (Foto: Koch Industrieanlagen)

Jan-Henning Röseler: In der Converting Branche verzeichnen wir einen deutlichen Trend hin zur Automatisierung von Anlagen. (Foto: Koch Industrieanlagen)

An diesem Punkt setzt Koch Industrieanlagen an. Das Familienunternehmen entwickelt, plant und realisiert gemeinsam mit seinen Kunden leistungsstarke und flexible Robotersysteme. Diese können in allen Fabrikbereichen – vom Wareneingang über Lager, Produktion, Fertigung, Abfüllung, Montage bis hin zur Verpackung, Palettierung und dem Warenausgang eingesetzt werden. Zu den Kunden gehören unter anderem namhafte Unternehmen wie Liveo (Bilcare), Südpack, Sealed Air, Coveris, Wipak oder Polifilm.

„Wir verzeichnen in der Branche einen deutlichen Trend hin zur Automatisierung von Anlagen, der sich durch die Corona-Pandemie noch zusätzlich verstärkt hat. Die Treiber sind das verstärkte Bestreben nach einer hygienischen Produktion und der Wunsch, den Faktor Mensch als Fehlerquelle zu minimieren. Unternehmen, die diese Entwicklung versäumen, werden in Zukunft Probleme haben zu überleben“, erläutert Jan-Henning Röseler, Produktmanager Converting bei Koch Industrieanlagen. Darüber hinaus seien Anlagen gewünscht, die flexibel auf unterschiedliche Produkte und Losgrößen reagieren.

Gesamtlösung im Fokus

Das Leistungsspektrum reicht dabei über die reine Lösungsentwicklung hinaus und beinhaltet im Kern die Realisierung vollautomatischer und schlüsselfertiger Anlagenkonzepte sowie anwendungsspezifischer Sonderkonstruktionen und Robotergreifer. Die Dernbacher haben dabei aber auch immer den gesamten Lebenszyklus einer Anlage im Fokus. „Das Angebot endet nicht bei der Inbetriebnahme einer Anlage, sondern für jeden Kunden wird ein umfangreiches Servicekonzept bereitgestellt, um den reibungslosen Betrieb über die ganze Lebensdauer zu gewährleisten“, erläutert der Produktmanager. Ziel ist es, für jeden Kunden die individuell beste Lösung zum Handling, Verpacken, Palettieren und Kommissionieren zu verwirklichen. Die Umsetzung eines Projektes dauert im Regelfall zwischen acht und zwölf Monaten.

Breites Produktsortiment

Zum Erreichen dieses Zieles kann das Unternehmen auf ein jahrzehntelanges Know-how in der Converting-Industrie aufbauen. So wurden schon in zahlreichen vollautomatischen Verpackungs- und Palettieranlagen Module wie Kipptische, Entladeroboter und -wagen, spezielle Folien-Verpackungsmaschinen sowie Etikettier- und Palettierroboter und Elemente wie Stretchwickler und Umreifungsmaschinen zur Ladungssicherung eingesetzt. Diese wurden immer nach den Bedürfnissen des Kunden ausgewählt bzw. angepasst. Das Angebot wird durch Sonderlösungen für das Verpacken von Großrollen erweitert. Besonderes Augenmerk wird hier auf den Einsatz von Robotern gelegt, die nicht nur die großen Rollen bewegen, sondern auch bei den Nebenarbeiten an den vollautomatischen Anlagen helfen. Alle Anlagen der Dernbacher haben die Gemeinsamkeit, dass sie verschiedene Folienarten und Vliese in allen gängigen Größen verarbeiten können.

Folienrollen automatisch verpackt

Die robotergestützte Folien-Anlage Robot Flex Packer verpackt Rollen aus flexiblen Verpackungen mit Schnittbreiten von 50 mm bis 600 mm mittels Folienverschweißung. (Foto: Koch Industrieanlagen)

Die robotergestützte Folien-Anlage Robot Flex Packer verpackt Rollen aus flexiblen Verpackungen mit Schnittbreiten von 50 mm bis 600 mm mittels Folienverschweißung. (Foto: Koch Industrieanlagen)

Ein Beispiel aus dem Verpackungssortiment ist die selbstentwickelte, patentierte und robotergestützte Folien-Verpackungsanlage Robot Flex Packer. Mit ihrer Hilfe können Rollen mit unterschiedlichsten Durchmessern aus flexiblen Verpackungen vollautomatisch und flexibel mittels Folienverschweißung verpackt werden. Ein Roboter nimmt einzelne Rollen von der Zuführbahn auf und führt diese durch einen Folienvorhang. Anschließend werden die offenen Seiten nacheinander verschweißt. Durch die eingesetzte Technik ist es auch möglich die Rollen sauber doppelt zu verpacken, ohne dass die Folien sich miteinander verbinden. Die so verpackten Rollen können dann entweder auf nachfolgende Fördertechnik zum Abtransport übergeben werden oder direkt durch den Roboter palettiert werden. Der automatische Rollentransport kann sowohl liegend (Eye-to-Wall) als auch stehend (Eye-to-Sky) erfolgen. Die kompakte Ausführung, das breite Produktspektrum sowie die vollautomatische Produktumstellung innerhalb der Maschine sind weitere Vorteile. Mehrere Anlagen dieser Art konnten die Dernbacher Experten mittlerweile erfolgreich ausliefern.

Mit der selbstentwickelten Palettier-Software EasyReelLoader können Nutzer ganz einfach neue Lagenbilder erstellen oder vorhandene anpassen. (Foto: Koch Industrieanlagen)

Mit der selbstentwickelten Palettier-Software EasyReelLoader können Nutzer ganz einfach neue Lagenbilder erstellen oder vorhandene anpassen. (Foto: Koch Industrieanlagen)

Durch Aufnahme der Rollen in der Hülse wird das Produkt besonders schonend bewegt und palettiert. Um die Palettierung effizient und flexibel zu gestalten bieten die Automationsexperten die Software EasyReelLoader. Die Eigenentwicklung erhöht die Flexibilität des Palettierprozesses und sorgt mit der intuitiven Steuerung für eine hohe Produktivität. Mit ihr kann am PC die optimale Anzahl und Anordnung der zu palettierenden Rollen ermittelt und automatisch an den Roboter übertragen werden. So können Nutzer ganz einfach per Knopfdruck neue Lagenbilder erstellen oder vorhandene anpassen.

Schonendes Produkthandling durch individuell angepasste Greifer

Da die Robotergreifer die Verbindung zum Produkt darstellen, muss stets ein sicheres und präzises Handling der Ware gewährleistet sein. Daher konstruiert Koch seine Greifer, individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden angepasst, selbst. Ausgiebige Vorversuche und Simulationen des entwickelten Typs sowie der Einsatz von ebenfalls selbst erarbeiteten ausgereiften Standardmodulen steigern dabei die Effektivität zusätzlich. Beispiele sind Innenspreizgreifer und Multifunktionsgreifer, die in vielen Linien Verwendung finden. „Da wir in den letzten Jahrzehnten mit Erfolg die unterschiedlichsten Rollentypen aus verschiedenen Branchen bewegt haben, können wir dazu auf ein umfassendes Know-how und eine langjährige Erfahrung in der Greiferentwicklung, -realisierung und -implementierung zurückblicken“, betont Jan-Henning Röseler.

Umfangreicher After-Sales-Service

Das Angebot des Unternehmens wird durch einen starken After-Sales-Service erweitert. Dieser Bereich umfasst u. a. eine 24-h-Hotline mit Fernwartungsangeboten. Dafür steht eine eigene Abteilung mit zehn Service-Mitarbeitern, die einen hohen Erfahrungsschatz aufweisen und bei Bedarf auch direkt beim Kunden vor Ort tätig sind, zur Verfügung. Obwohl die Ausfälle der Roboter ohnehin sehr gering sind, wird den Kunden sehr schnell und effizient via Fernwartung geholfen, so dass die Produktion schnellstmöglich fortgeführt werden kann.

Das Unternehmen verfügt über eine eigene Abteilung für E-Technik und Software. Die dort tätigen rund 30 Mitarbeiter entwickeln und verarbeiten die Software, die für die Anlagen benötigt wird. Das beinhaltet alle notwendigen Schnittstellen an vor- und nachgelagerte Produktionsanlagen, Datenbanksysteme verschiedener Anbieter, ERP-Systeme sowie Prozessleitsysteme der Kunden und Komponenten von übergeordneten Systemen wie beispielsweise ERP oder Lagerverwaltungs-Systeme, die einen weltweiten Zugriff erlauben. Das erleichtert die Einbindung des Systems in die Prozesse der Kunden.

www.koch-roboter.de/converting

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