Lanxess: Flammwidrige thermoplastische Verbundwerkstoffe mit PA-6-Matrix

03.11.2020

Brandtest an einem Modellträger aus einem der neuen Tepex-Typen sowie der Verrippung aus einem orangenen, halogenfrei flammgeschützten PA 6. Die Flammen breiten sich nicht aus, sondern verlöschen nach Entfernen des Brenners. (Foto: Lanxess)

Brandtest an einem Modellträger aus einem der neuen Tepex-Typen sowie der Verrippung aus einem orangenen, halogenfrei flammgeschützten PA 6. Die Flammen breiten sich nicht aus, sondern verlöschen nach Entfernen des Brenners. (Foto: Lanxess)

Die endlosfaserverstärkten thermoplastischen Composites der Marke Tepex von Lanxess, Köln, bringen bereits eine hohe inhärente Flammwidrigkeit mit. Dies liegt unter anderem an ihrem hohen Faseranteil. Sie bestehen deshalb bereits ohne Flammschutzadditive viele, für typische Anwendungen vorgeschriebene Flammschutztests. In einigen Einsatzfällen – wie etwa bei Gehäusen für Schaltschränke oder Komponenten von Hochvolt-Batterien für Elektrofahrzeuge – ist allerdings oft eine V-0-Einstufung im UL 94-Brandtest des US-amerikanischen Prüfinstituts Underwriters Laboratories Inc. obligatorisch. Für solche Fälle hat Lanxess drei neue halogenfrei flammgeschützte Tepex-Varianten mit Polyamid-6-Matrix entwickelt. „Die Konstruktionswerkstoffe sind das Material der Wahl, wenn eine V-0-Klassifizierung und zugleich eine sehr hohe Steifigkeit, Festigkeit und Energieabsorption der Bauteile gefordert sind“, erklärt Sabrina Anders. Sie ist Projektleiterin bei der Lanxess-Tochtergesellschaft Bond-Laminates in Brilon, wo Tepex entwickelt und hergestellt wird.

Drei Produktvarianten erhältlich

Tepex dynalite 102fr-RG600(x)/47% ist mit Rovinggeweben aus Glasfasern verstärkt. Diese können auch multiaxial orientiert und dadurch präzise auf die Lasteinleitungspunkte und Lastpfade im Bauteil abgestimmt werden. Das Composite ist vielfältig einsetzbar und eignet sich beispielsweise für Hochvolt-Bauteile der Batterie von Elektrofahrzeugen wie etwa Trennbleche, Endplatten und Steuergerätegehäuse. Dagegen zielt Tepex dynalite 102fr-FG290 auf Anwendungen im Elektro- und Elektronikbereich. Mit einer Verstärkung aus Glas-Feingewebe ergibt es hochwertige, gut zu lackierende Oberflächen. Es bietet sich beispielsweise für kleine Gehäuse an, die die Norm DIN EN 45545-2 „Bahnanwendungen - Brandschutz in Schienenfahrzeugen“ erfüllen müssen. Tepex dynalite 202fr ist mit Carbonfasern verstärkt und für mechanisch hoch beanspruchte Bauteile vorgesehen – wie etwa hochfeste Elektronikgehäuse. Anders: „Es ist dabei zum Beispiel eine Alternative zu Composites aus flammgeschütztem Polycarbonat, wenn deren Steifigkeit und Festigkeit nicht ausreichen.“

Mechanische Eigenschaften wie bei Standardprodukten

Alle drei Konstruktionswerkstoffe stehen in Mengen für Großserienanwendungen zur Verfügung. Sie sind auch in Varianten erhältlich, die sich durch eine Carbontextileinlage im Composite oder eine metallische Oberflächenbeschichtung elektromagnetisch abschirmend verhalten. Die V-0-Einstufung nach UL 94 bezieht sich auf Probekörperdicken von 0,5 bis 3,5 mm. „Die Flammschutzadditive sind so gewählt, dass die mechanischen Eigenschaften der Composites nicht negativ beeinflusst werden und mit denen von entsprechenden Standardmaterialien vergleichbar sind. So liegen etwa die Biegefestigkeiten von Tepex dynalite 202fr deutlich über 600 MPa“, erläutert Simon Rösen, Materialentwickler bei Bond-Laminates. Alle Flammschutzpakete entsprechen der EU-Richtlinie RoHS (Restriction of the Use of certain Hazardous Substances in Electrical and Electronic Equipment) sowie der europäischen REACH-Verordnung (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals, VO (EG) Nr. 1907/2006).

Über die drei neuen Produkte hinaus hat Lanxess auch weitere halogenfrei flammgeschützte Tepex-Varianten mit Matrices auf Basis von Polycarbonat im Sortiment. Sie sind größtenteils nach UL 94 V-0-zertifiziert.

www.tepex.de

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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