Lanxess: Polyamid 6 aus 92 Prozent nachhaltigen Rohstoffen

14.10.2021

Unter dem Namen Durethan BLUEBKV60H2.0EF bietet Lanxess ein PA-6-Compound, in dem 92 % der Rohstoffe durch nachhaltige Alternativen ersetzt sind. (Foto: Lanxess)

Unter dem Namen Durethan BLUEBKV60H2.0EF bietet Lanxess ein PA-6-Compound, in dem 92 % der Rohstoffe durch nachhaltige Alternativen ersetzt sind. (Foto: Lanxess)

Lanxess, Köln, setzt bei der Kunststoff-Produktion immer mehr auf zirkuläre und biobasierte Rohstoffe. Das neueste Produkt bietet das Unternehmen nun unter dem Namen Durethan BLUEBKV60H2.0EF an. In dem leichtfließenden PA-6-Compound werden 92 % der Rohstoffe durch nachhaltige Alternativen ersetzt. Das ist nach Angaben von Lanxess ein Spitzenwert unter glasfaserverstärkten Kunststoffen in Primaware-Qualität.

Der neue Kunststoff-Typ ist das erste Produkt von Lanxess in der neuen Scopeblue-Reihe. Das Marken-Label kennzeichnet Produkte, die entweder zu mindestens 50 % aus zirkulären (rezyklierten oder biobasierten) Rohstoffen bestehen, oder deren CO2-Bilanz um mindestens 50 % geringer ist als die herkömmlicher Produkte.

„Eine klimaneutrale Zukunft kann nur Realität werden, wenn wir zunehmend nachhaltige Produkte verwenden, sagt Frederique van Baarle, Leiterin des Geschäftsbereichs High Performance Materials (HPM) bei Lanxess. „Mit unserem ersten Scopeblue-Produkt liefern wir eine echte Lösung für die Kreislaufwirtschaft. Das Compound ist ein zertifizierter Premium-Werkstoff, der auf nachhaltigen Rohstoffen basiert.“

100 Prozent nachhaltige Rohstoffe angestrebt

In der Produktion des PA-6-basierten Hochleistungs-Kunststoffes kommt unter anderem Cyclohexan aus nachhaltigen Quellen vor. Dabei kann es sich um biobasiertes, biobasiert rezykliertes oder durch chemisches Recycling hergestelltes Cyclohexan handeln. Verstärkt ist das Material zudem mit 60 Gew.-% Glasfasern, bei denen mineralische Rohstoffe durch industrielle Glasabfälle ersetzt wurden. Die alternativen Rohstoffe, die Lanxess in den Vorprodukten für PA 6 einsetzt, sind mit den jeweiligen Materialien fossilen Ursprungs chemisch identisch (sogenannte Drop in-Lösungen). Durethan BLUEBKV60H2.0EF hat deshalb die gleichen Eigenschaften wie Primaware und lässt sich genauso gut verarbeiten. Eine Umstellung in der Produktion etwa auf andere Werkzeuge ist nicht erforderlich.

„Großes Einsatzpotenzial hat der hochsteife und -feste Konstruktionswerkstoff überall dort, wo sich sein rein fossil basiertes Pendant Durethan BKV60H2.0EF im Serieneinsatz bewährt – etwa im Automobilbau in der Fertigung von Pkw-Frontends, Bremspedalen und Ölwannen“, erläutert Dr. Guenter Margraf, Leiter des globalen Produktmanagements bei HPM.

92 % nachhaltige Rohstoffe sind aber noch nicht das Ende der Entwicklung. „Aktuell arbeiten wir daran, den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen in diesem Compound auf 100 Prozent zu steigern“, so Margraf. Dazu brauche es Ammoniak, der mit CO2-neutral hergestelltem Wasserstoff synthetisiert wurde. Zudem plant der Spezialchemie-Konzern mittelfristig, die Additive für seine Kunststoffe durch nachhaltige Pendants zu ersetzen.

Weitere nachhaltige Compounds in der Markteinführung

Mit Durethan ECOBKV30H2.0, ECOBKV35H2.0 und ECOBKV60XF hat Lanxess kürzlich bereits drei Polyamid 6-Compounds vorgestellt, die nach dem ISCC Plus-zertifizierten Massenbilanz-Verfahren 30, 35 bzw. 60 Gew.-% Rezyklatfasern aus Glasabfällen enthalten. Wegen des Kundeninteresses wurde diese Produktfamilie in den vergangenen Monaten um weitere Compounds auf Basis von Polyamid 6 und 66 erweitert. Darüber hinaus nutzt Lanxess die Rezyklatglasfasern auch, um seine PBT-Compounds der Marke Pocan mechanisch zu verstärken. Erste Produkte sind Pocan ECOB3235 und das flammgeschützte ECOB4239 mit jeweils 30 Gew.-% Rezyklatglasfasergehalt nach dem zertifizierten Massenbilanzverfahren.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette unabhängig zertifiziert

Die nachhaltige Herkunft der Rohstoffe ist nach ISCC Plus („International Sustainability and Carbon Certification“) zertifiziert. Das gilt für die Produktionsstätten von Lanxess in Antwerpen und Krefeld-Uerdingen sowie für die Vorprodukte. Sie stammen ausschließlich von Lieferanten, die ebenfalls ISCC Plus-zertifiziert sind.

Das mit der ISCC Plus-Zertifizierung eingeführte Massenbilanz-Verfahren stellt eingesetzte Rohstoff- und in Verkehr gebrachte Produktmengen gegenüber und schafft eine buchhalterische Verbindung zwischen In- und Output. Wird die Rohstoffmenge, die zur Herstellung einer definierten Produktmenge benötigt wird, durch nachhaltige Alternativen substituiert, lassen sich mit dem Verfahren die Anteile an nachhaltigem Material im Endprodukt genau bestimmen. Dadurch können die Nachhaltigkeitsmerkmale des Produkts für den Anwender transparent ausgewiesen werden.

ISCC ist ein Standard, der unter anderem zur Prüfung der Nachhaltigkeitsanforderungen der europäischen Erneuerbare Energien-Richtlinie (EU RED, Renewable Energies Directive) entwickelt wurde. Er kommt vermehrt weltweit auch in der Chemieindustrie zum Einsatz. Lanxess ist Mitglied der ISCC Association und beteiligt sich aktiv an der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitszertifizierung.

Nähere Informationen zu ISCC Plus-zertifizierten Produkten von Lanxess gibt es unter techcenter.lanxess.com.

www.lanxess.de

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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