Stäubli: Flexible Produktion noch mobiler

12.03.2019

Mobile und flexible Produktionshelfer ermöglichen kurze Reaktionszeiten und bringen so Individualität und Schnelligkeit in die Produktion. Der Anbieter von Mechatronik-Lösungen Stäubli, Bayreuth, zeigt Anfang April auf der Hannover Messe, wie mit modernen Technologien flexible Produktionssysteme Realität werden können.

Dauert es bei der Linienfertigung teils Wochen, die Produktion auf ein neues Produkt umzustellen, lassen sich Produktionsaufgaben mit mobiler, modularer Fertigung in wenigen Minuten umkonfigurieren – je nach aktueller Auftragslage.

Kollege Roboter übernimmt die Nachtschicht






Mit dem mobilen Robotersystem HelMo löst Stäubli die Automatisierung aus ihrem starren Korsett und erreicht dank der Mobilität des Systems eine neue Flexibilität. HelMo kann autonom fahren und innerhalb seiner Produktionsumgebung selbsttätig navigieren. Für den mobilen Betrieb verfügt es über großzügig ausgelegte Energiespeicher, die für Autonomie sorgen.

Das Herzstück des Systems ist ein leistungsfähiger Standardroboter mit möglichst geringen Modifikationen, in diesem Fall ein Roboter aus der TX2-Baureihe. Sein Know-how im Bereich der mobilen Fertigungssysteme stärkte Stäubli erst kürzlich durch die Mehrheitsbeteiligung am Mobil-Transport-Spezialisten WFT aus Sulzbach-Rosenberg.

„Durch die Kombination von Robotertechnik und mobiler Transportplattform schaffen wir ein flexibles Produktionssystem, das komplexe Aufgaben automatisiert übernehmen kann, die bis dato als nicht automatisierbar galten“, sagt Peter Pühringer, Division Manager Stäubli Robotics. Dazu zählen beispielsweise das Be- und Entladen sowie die Verkettung von Werkzeugmaschinen. Anwender können künftig mobil in Industrie 4.0-Umgebungen produzieren und mit einem signifikanten Plus an Autonomie, Flexibilität und Produktivität rechnen. „Das bedeutet auch, dass HelMo am Ende des Tages länger bleibt als seine Kollegen und auch die Nachtschicht übernimmt“, sagt Peter Pühringer. „Das macht ihn zu einer äußerst beliebten Arbeitskraft.“

Auf die richtige Schnittstelle kommt es an






Unterstützt wird der Schritt hin zu flexiblen Produktionsprozessen auch durch Neuentwicklungen von Stäubli Electrical Connectors, dem Unternehmensbereich für elektrische Steckverbinder. „Fahrerlose Transportsysteme (FTS) wie sie bei HelMo oder auch in der Logistik zum Einsatz kommen, sind als Elektrofahrzeuge ein fester Bestandteil von zukunftsorientierten Fertigungs- und Supply-Chain-Prozessen“, sagt Thomas Spindler, Leiter Vertrieb & Marketing bei Stäubli Electrical Connectors in Deutschland. „Um eine passgenaue, leistungsfähige, sichere und zeitsparende Ladung der Energiespeicher sicherzustellen, haben wir das automatische Schnellladesystem QCC (Quick Charging Connection) entwickelt, wie es beispielsweise in Containerhäfen eingesetzt wird.“

Zusätzlich sorgen frei konfigurierbare Steckverbindungen mit dem modularen CombiTac-System dafür, dass mobile Produktionseinheiten an ihren Arbeitsstationen mit nur einer Steckverbindung alle notwendigen Strom-, Signal- und Datenübertragungen aufbauen. Selbst Hydraulik- und Flüssigkeitskupplungen lassen sich integrieren. Auch das HelMo System setzt auf diese Technologie, um den mobilen Roboter an der Arbeitsstation mit den nötigen Ressourcen zu versorgen.

Werkzeugwechselsysteme ergänzen mobile Produktionssysteme






Zuverlässige Verbindungen schafft Stäubli auch durch Technologien aus dem Unternehmensbereich Fluid Connectors. Im Mittelpunkt der Hannover Messe stehen Werkzeugwechselsysteme für Roboter, die inzwischen alle Traglasten abdecken. Insbesondere die leichten und kompakten Varianten der Werkzeugwechsler verhelfen mobilen Produktionssystemen wie dem HelMo zu einem breiten Aufgabenspektrum. „Wir arbeiten seit Jahren mit WFT zusammen, die auf mobile Systeme in der Fertigung spezialisiert sind. Um den Standards der Branche gerecht zu werden, stehen unsere Verbindungslösungen für zuverlässige Funktionen, kompakte Konstruktionen und hohe Sicherheitsstandards“, sagt Norbert Ermer, General Manager Stäubli Fluid Connectors in Bayreuth. „Besonders unsere kleineren Baureihen zeichnen sich durch eine gewichtsoptimierte Auslegung aus, die Anwender davor bewahrt, in Roboter der nächst höheren Traglastklasse investieren zu müssen.“ Um maximale Funktionssicherheit zu garantieren, entwickelt und fertigt Stäubli nach eigenen Angaben als einziger Hersteller weltweit die Wechsler komplett selbst.

www.staubli.com

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