TAITRA: Einfluss der Corona-Pandemie auf Taiwans Kunststoffmaschinen-Hersteller

25.05.2021

Bush Hsieh, Vizepräsident des Komitees für Kunststoff- und Kautschukmaschinen beim Industrieverband TAMI. (Foto: TAITRA)

Bush Hsieh, Vizepräsident des Komitees für Kunststoff- und Kautschukmaschinen beim Industrieverband TAMI. (Foto: TAITRA)

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie spürt die Industrie weltweit. Davon kann auch die taiwanesische Kunststoff- und Kautschukmaschinenindustrie ein Lied singen. Von 1 Mrd. USD im Jahr 2019 brach das Exportvolumen um 20 % auf 0,8 Mrd. USD im Jahr 2020 laut des taiwanesischen Industrieverbandes TAMI ein. Dennoch zeigt der Vizepräsident des Komitees für Kunststoff- und Kautschukmaschinen bei TAMI, Bush Hsieh, Optimismus: „In China ist unser Marktanteil trotz der Pandemie deutlich gewachsen, das gleiche gilt für die USA. Die Verluste rühren vor allem aus den Märkten in Japan, Indonesien, Indien und Vietnam.“

Tony Wu, Vertriebsleiter bei Chumpower. (Foto: TAITRA)

Tony Wu, Vertriebsleiter bei Chumpower. (Foto: TAITRA)

Entgegen dem Trend haben nicht alle Maschinenbauer aus Taiwan Umsatzrückgänge zu beklagen. Der Anbieter von Recyclingmaschinen Polystar ist mit dem Jahr 2020 sogar hoch zufrieden: „Wir haben im vergangenen Jahr, Corona zum Trotz, die besten Verkaufszahlen seit 1988 hingelegt“, freut sich Marketingleiter David Lo. Das Unternehmen stellt Maschinen vor allem zum Recycling von HDPE-, LDPE-, LLDPE- und PP-Folienverpackungen her. Chumpower baut Streck-Blasformmaschinen und konnte den Umsatz 2020 im Vergleich zum Vorjahr konstant halten. Vertriebsleiter Tony Wu sieht dafür mehrere Gründe: „Einmal liegt dieses erfreuliche Ergebnis sicher an unseren zahlreichen Bestandskunden, die uns die Treue halten. Darüber hinaus war und ist die Versorgung der Menschen mit abgefülltem sauberem Wasser während der Pandemie in vielen Teilen der Welt essenziell. Auch davon haben wir möglicherweise profitiert.“ Der Spritzgießmaschinenhersteller FCS dagegen hat 2020 Umsatzverluste hinnehmen müssen. Doch in diesem Jahr boomt das Geschäft, freut sich Vertriebsleiter Hank Wu: „Unser Umsatz hat im ersten Quartal 2021 ein Rekordhoch erreicht. Das Corona-Tal liegt hinter uns.“

Die Zeiten verlangen neue Lösungen

Hank Wu, Vertriebsleiter bei FSC (Foto: TAITRA)

Hank Wu, Vertriebsleiter bei FSC (Foto: TAITRA)

Kundenkontakte sind für jeden Vertriebler das A und O. Eines der wichtigsten Instrumente – internationale Messen – fällt seit Monaten aus. Vor Corona hat sich TAMI an 50 internationalen Messen beteiligt. Bush Hsieh bringt es auf den Punkt: „Ohne Zweifel sind die Messen außerordentlich wichtig für unsere Industrie. Das ist meiner Ansicht nach immer noch die beste Plattform für unsere Mitglieder. Doch die Zeiten verlangen neue Lösungen. Wir setzen auf digitale Formate und gestalten neue Modelle der Kundenkommunikation.“ Clevere digitale Lösungen setzen sich immer mehr durch, die Akzeptanz im Markt steigt. Das beobachtet auch Hank Wu: „Als nach Beginn der Pandemie nach und nach alle Messen abgesagt wurden, waren wir zunächst sehr besorgt. Doch tatsächlich ist es so, dass sich unsere Kunden auf die neuen online-Formate rasch eingestellt haben. Online-Messen, Webinare, virtuelle Konferenzen – all das kommt nach unserer Erfahrung gut bei den Kunden an.“ TAITRA, die taiwanesische Organisation zur Handelsförderung, unterstützt die Unternehmen beim online-Marketing. Über Pressekonferenzen, virtuelle Unternehmensführungen oder Konferenzen stellt sie die Plattform, auf der die taiwanesische Industrie ihre Neuentwicklungen und Trends präsentieren kann. Die echte Messe kann all das aus Sicht von Tony Wu nicht ersetzen: „Den direkten physischen Kundenkontakt können die virtuellen Formate nicht ersetzen. Manches lässt sich am besten von Angesicht zu Angesicht besprechen.“

Rückkehr zur Normalität

David Lo, Marketingleiter bei Polystar (Foto: TAITRA)

David Lo, Marketingleiter bei Polystar (Foto: TAITRA)

Die große Sehnsucht weltweit heißt Rückkehr zur Normalität. Wann diese Sehnsucht Realität wird, lässt sich schwer vorhersagen. Bush Hsieh ist sich sicher: „Der Markt wird sich Schritt für Schritt erholen. Wir denken, dass wir in zwei bis drei Jahren wieder dort stehen, wo wir vor der Pandemie waren.“ Diese Zeit bis dahin gilt es zu nutzen. Die Arbeit an Innovationen, besseren technologischen Lösungen und neue Märkte stehen für die taiwanesischen Maschinenbauer im Fokus. Dazu gehören beispielsweide die Halbleiterindustrie und Medizintechnik. Auf das „analoge“ Messegeschäft hofft Hank Wu ab 2022: „Ich denke, ab da werden die Messen wieder stattfinden, jedoch eher lokaler bleiben.“ Noch ist die weltweite Situation durch die Pandemie volatil. Neue Mutationen und die fehlende Durchimpfung in weiten Teilen der Welt machen Vorhersagen für den globalen Markt problematisch. David Lo erklärt: „Wir erwarten, dass sich die Situation langfristig verbessert, wenn weltweit die meisten Menschen geimpft sind. Doch die virtuelle Online-Kommunikation wird sicherlich ein Modell für den Kundenaustausch und die Zusammenarbeit in der Zukunft bleiben und physische Kontakte sinnvoll ergänzen.“

www.taitra.org.tw

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