Wacker: Temperfreie Flüssigsiliconkautschuke für sensitive Anwendungen

23.09.2019

Auf der K 2019 stellt Wacker, München, seine Produktreihe Elastosil LR 5040 vor. Ohne thermische Nachbehandlung haben die Vulkanisate dieser Flüssigsiliconkautschuke gute mechanische Eigenschaften und erfüllen die strengen regulatorischen Vorschriften, die bei Säuglings- und Kleinkindartikeln sowie bei sensitiven Anwendungen im Lebensmittel- oder Medizintechnikbereich gelten. Siliconverarbeiter können daher auf das Tempern der aus Elastosil LR 5040 gefertigten Artikel verzichten. Außerdem rückt Wacker sein gesamtes Flüssigsiliconkautschuk-Portfolio ins Rampenlicht. Das Unternehmen hat hier den Gehalt flüchtiger Stoffe stark verringert, woraus sich diverse Vorteile ergeben.

Formteile aus dem Flüssigsiliconkautschuk Elastosil LR5040 besitzen gute mechanische Eigenschaften und müssen deshalb nicht mehr thermisch nachbehandelt werden. (Foto: Wacker)

Formteile aus dem Flüssigsiliconkautschuk Elastosil LR5040 besitzen gute mechanische Eigenschaften und müssen deshalb nicht mehr thermisch nachbehandelt werden. (Foto: Wacker)

Die Produktreihe Elastosil LR 5040 wurde bereits auf der K 2016 angekündigt. Dass der innovative Flüssigsiliconkautschuk auf der diesjährigen Kunststoffmesse erneut im Mittelpunkt steht, hat gute Gründe: Wacker hat die Entwicklung und den Kapazitätsausbau für die Produktion inzwischen vollständig abgeschlossen und bietet nun sämtliche Typen der Reihe einer breiten Kundenbasis an.

Elastosil LR 5040 vernetzt zu transluzenten Elastomeren, deren Flüchtigengehalt ohne thermische Nachbehandlung üblicherweise im Bereich 0,2 bis 0,3 Gewichtsprozent liegt. Das Produkt unterschreitet damit bereits im ungetemperten Zustand deutlich den Grenzwert von 0,5 Gewichtsprozent, der für Siliconartikel in Lebensmittel- und Babycare-Anwendungen gilt. Am Markt verfügbare Standardprodukte liegen ohne thermische Nachbehandlung zumeist im Bereich größer ein Prozent.

Vulkanisate aus Elastosil LR 5040 kommen ohne Tempern aus. Ohne thermische Nachbehandlung ist deren Weiterreißwiderstand deutlich höher als die herkömmlicher Flüssigsiliconkautschuke. (Abb.: Wacker)

Vulkanisate aus Elastosil LR 5040 kommen ohne Tempern aus. Ohne thermische Nachbehandlung ist deren Weiterreißwiderstand deutlich höher als die herkömmlicher Flüssigsiliconkautschuke. (Abb.: Wacker)

Für viele Flüssigsiliconkautschuke gilt: Werden sie am Ende der formgebenden Verarbeitung thermisch nachbehandelt – Experten sprechen hier vom Tempern –, verbessert dies die mechanischen Eigenschaften des Formartikels. Verarbeiter von Elastosil LR 5040 können auf diesen zeit- und kostenintensiven Schritt verzichten, denn die Vulkanisate haben bereits ungetempert einen hohen Weiterreißwiderstand. Dieser liegt in der Größenordnung hochkerbfester Standardmaterialien nach dem Tempern. Dadurch verkraften Siliconformteile aus Elastosil LR 5040 Belastungen, wie sie beispielsweise beim Gebrauch von Trink- und Beruhigungssaugern auftreten können.

Wegen ihrer hohen Reinheit sind Vulkanisate aus Elastosil LR 5040 für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet und können gemäß den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) verwendet werden. Auch sind sie biokompatibel gemäß den Vorgaben ausgewählter Tests nach DIN ISO 10993 und der United States Pharmacopeia Class VI. Für medizintechnische Anwendungen ist außerdem der besonders niedrige Gehalt migrierfähiger und extrahierbarer Bestandteile von Elastosil LR 5040-Vulkanisaten von Bedeutung.

Aufgrund seines Eigenschaftsprofils ist Elastosil LR 5040 immer dann das Material der Wahl, wenn Siliconverarbeiter bei der Herstellung von Siliconformteilen für sensitive Anwendungen auf eine thermische Nachbehandlung verzichten möchten. Die Produktreihe deckt den Härtebereich 30 bis 70 Shore A ab, wobei die tatsächliche Härte im ungetemperten Zustand um höchstens drei Indexpunkte vom vorgegebenen Wert abweicht.

Elastosil LR 5040 lässt sich problemlos im Spritzgießverfahren verarbeiten. Weil die Formteile anschließend nicht mehr getempert werden müssen, lässt sich der Herstellprozess verschlanken und hochgradig automatisieren. Auf diese Weise wird – auch unter Reinraumbedingungen – eine effiziente Großserienfertigung möglich. Typische Anwendungsbeispiele sind Beruhigungs- und Trinksauger, Babyflaschen, Dosierventile, Dichtungen für Küchen-, Kaffeemaschinen und Lebensmittelbehälter sowie gummielastische Artikel für den Medizintechnikbereich.

Low Volatile-LSR-Portfolio von Wacker setzt Standards

Wacker liefert seit Anfang 2019 Flüssigsiliconkautschuke mit einem signifikant verringerten Gehalt an flüchtigen Bestandteilen. (Foto: Wacker)

Wacker liefert seit Anfang 2019 Flüssigsiliconkautschuke mit einem signifikant verringerten Gehalt an flüchtigen Bestandteilen. (Foto: Wacker)

Mit seiner Low Volatile-LSR-Initiative setzt Wacker weltweit Standards. So liefert der Münchner Chemiekonzern seit Anfang 2019 Flüssigsiliconkautschuke mit einem signifikant verringerten Gehalt an flüchtigen Bestandteilen aus. Konkret gilt das für die Produktgruppen Elastosil LR 3xxx, Elastosil LR 6xxx und Silpuran 6xxx, die in Europa hergestellt wurden.

Dank neuer Verfahrenstechnologien ist es Wacker nach eigenen Angaben gelungen, den Gehalt an flüchtigen Dx-Siloxanen in Flüssigsiliconkautschuken um mindestens 90 % zu senken. Mit dem auf diese Weise aufgewerteten LSR-Portfolio können Siliconverarbeiter regulatorische Vorschriften sowie Industrie- und Kundenanforderungen nun einfacher und sicherer erfüllen als bisher.

Für manche Anwendungen lassen sich auch die Temperzeiten verkürzen, woraus sich Energie- und Kosteneinsparungsmöglichkeiten ergeben. In einigen Fällen können Hersteller sogar ganz auf das Tempern verzichten. Ölausschwitzende LSR-Produkte der Reihe Elastosil LR 384x – x entspricht dem Ölgehalt in Prozent – erfüllen laut Wacker im ungetemperten Zustand die anspruchsvolle „Toyota-Norm“ in puncto Flüchtigengehalt.

Das Upgrade wirkt sich laut Hersteller nicht auf die mechanischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften des Elastomers aus. Produktfreigaben und Zertifikate behalten somit ihre volle Gültigkeit. Untersuchungen von Wacker zeigen, dass sich auch das Spritzgieß- und Entformverhalten nicht ändert.

www.wacker.com/k2019

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

Weitere Meldungen

mehr
KWeb Website Nachrichten R3 KWeb_Website_News_Platzierung1_Rang2_300x200 (K2019) KWeb_Web_Nachrichten_R1_300x500_September/Oktober KWeb_R4(300x150)_News

Rohstoffbörse

KunststoffWeb Rohstoffbörse
Einfach und kostenlos Kunststoffe online suchen und verkaufen.

  • Nutzung und alle Services sind komplett kostenlos
  • Einfache und komfortable Bedienung
  • Hohe Reichweite
Alle Inserate
Registrierung
Benutzer-Login
KWeb_Startseite_R3_300x200

Wer-Bietet-Was?

Wer-Bietet-Was?
Das große Branchenbuch der Kunststoffindustrie: Informieren Sie hier Kunden und Geschäftspartner über Ihre Produkte und Dienstleistungen!

Mehr als 3.000 Unternehmen sind bereits im KunststoffWeb verzeichnet – Sie auch?

Produkt- und Firmensuche
KWeb_Superbanner_Xing_1290x150
© 1996-2019 KunststoffWeb GmbH, Bad Homburg