Wittmann: Hohe Dosiergenauigkeit durch Echtzeitverwiegung

19.07.2019

Dosiergerät Gravimax G34 mit Klappdeckel und einer Durchsatzleistung von bis zu 350 kg/h. (Foto: Wittmann)

Dosiergerät Gravimax G34 mit Klappdeckel und einer Durchsatzleistung von bis zu 350 kg/h. (Foto: Wittmann)

Die Gravimax-Dosiergeräte von Wittmann, Wien (Österreich), bietet neben ihrer einfachen Bedienweise auch eine hohe Genauigkeit, ermöglicht durch die so genannte Echtzeitverwiegung RTLS (Real Time Live Scale). Die gravimetrischen Dosiergeräte erreichen mithilfe dieser Methode eine Dosiergenauigkeit von 0,006 %, wodurch das gewünschte Mischverhältnis von Neuware und Additiven konstant gehalten werden kann. Abweichungen davon können auf ein Minimum reduziert werden, was dem Anwender jeweils die Möglichkeit bietet, den Materialanteil auf eine Mindestmenge zu begrenzen. Die neuen Funktionen der in verschiedenen Größen und für unterschiedliche Durchsätze erhältlichen Dosiergeräte sind daher auch für schwierige Dosiervorgänge geeignet.

Oftmals besteht in der Praxis der Kunststoffverarbeiter die Tendenz, die eigentlich ausreichende Dosis bei den Additiven um bis zu 30 % zu überschreiten, also eine massive Überdosierung vorzunehmen. Eine Vorgangsweise, die schlicht auf der Befürchtung gründet, dass aufgrund schwankender Dosierung die notwendige Mindestmenge unterschritten werden könnte; und natürlich soll der Ausschuss in der Produktion geringgehalten werden. Anders ausgedrückt: Oftmals wird statt mit 5 % Farbadditiv-Anteil mit Größen von 6 oder gar 6,5 % produziert.

Ansicht des Bildschirms der Gravimax-Steuerung mit den Funktionsanzeigen für Referenz Additiv und Referenz Neuware. (Abb.: Wittmann)

Ansicht des Bildschirms der Gravimax-Steuerung mit den Funktionsanzeigen für Referenz Additiv und Referenz Neuware. (Abb.: Wittmann)

Die Touch-Oberfläche der Gravimax-Steuerung ermöglicht es im Zuge der Produktionsvorbereitungen auf einfache Weise, unterschiedliche Materialtypen anzuwählen und die entsprechenden Dosiermengen einzustellen und in der Steuerung zu hinterlegen. Hierbei unterscheidet die Steuerung zwischen den Materialtypen Neuware, Mahlgut und Additiv.

Ist nun die exakte mengenmäßige Zugabe von Additiv erforderlich – und zwar sowohl zur Vermeidung von Farbschwankungen als auch hoher Materialkosten –, kann die Dosiereinstellung namens Referenz Additiv gewählt werden. Starke Vibrationen der Maschine bzw. plötzliche Stöße können dazu führen, dass voneinander abweichende Mengen an Additiv dosiert werden, was zwangsläufig Teile von unterschiedlicher Qualität bedeutet. Im Dosiermodus Referenz Additiv passt das Dosiergerät augenblicklich die zu dosierende Menge an Neuware derjenigen des Additivs an, damit das prozentuelle Verhältnis der beiden Materialsorten wieder jenem entspricht, das bei der Grundeinstellung für die Produktion definiert wurde. Bei Überdosierung des Additivs wird diese also mit zusätzlicher Neuware ausgeglichen.

Besonders schwierig gestaltet sich ein exakter Dosiervorgang üblicherweise bei Verwendung von mit Langglasfasern (LGF) verstärkten Kunststoffen. Zum einen kommt dem richtigen Anteil von LGF-haltigem Material stets oberste Priorität zu, andererseits besteht hier die verstärkte Gefahr der so genannten „Brückenbildung“ durch das Material. Um diesem Effekt zu begegnen, sind Gravimax-Dosiergeräte mit pulsierenden Dosierventilen ausgestattet. So werden LGF-Materialien während des Dosierens in Bewegung gehalten. Und wiederum lässt sich den Auswirkungen einer Überdosierung – in diesem Fall der Neuware – mit einem speziell zu wählenden Dosiermodus begegnen: Referenz Neuware. Mit dieser Dosiereinstellung ist dafür gesorgt, dass – abhängig von der tatsächlich dosierten Menge an LGF-Neuware – die zu dosierenden Mengen der weiteren Komponenten entsprechend angeglichen werden.

www.wittmann-group.com

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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