Wittmann: Videoassistenzsystem für Roboter

21.07.2020

Visualisierungen von Videoassistent-Replay-Daten auf der R9-TeachBox. (Abb.: Wittmann)

Visualisierungen von Videoassistent-Replay-Daten auf der R9-TeachBox. (Abb.: Wittmann)

Im Verlauf von Sportübertragungen ist es längst gang und gäbe, umstrittene oder spektakuläre Situationen nachträglich in Zeitlupe zu wiederholen. Abgesehen vom gesteigerten Unterhaltungswert für Zuseher, dienen Zeitlupenansichten auch der Unterstützung bei der Entscheidungsfindung von Schiedsrichtern oder zu Trainingszwecken. Diese Funktion steht nun auch bei Robotern von Wittmann, Wien (Österreich), mit der Steuerung R9 zur Verfügung.

Die Aufgabe des Roboter-Videoassistenten wird vom digitalen Zwilling übernommen, der standardmäßig in jeder R9-Steuerung installiert ist. Der digitale Zwilling wird direkt auf der TeachBox angezeigt und kann vorangegangene Sequenzen in beliebiger Geschwindigkeit wiedergeben. Da der digitale Zwilling auf die Robot-Konfiguration des jeweiligen physischen Roboters zugreift, sind ihm die Ausstattungsoptionen des Roboters bekannt und können entsprechend dargestellt werden.

Sobald der physische Roboter in den Automatikbetrieb wechselt, zeichnet der Zwilling sämtliche Veränderungen in den Positionen der einzelnen Achsen, der Ein-/Ausgänge und der Zähler auf, sowie alle sonstigen betriebsbestimmenden Werte. Sämtliche Daten werden mit einer Genauigkeit von 4 ms aufgezeichnet – und reichen bis zu 100 Sekunden in die Vergangenheit zurück. Auf diese Werte kann für jeden Zeitpunkt der Aufzeichnung zugegriffen werden. Darüber hinaus ist hier der Umstand entscheidend, dass auch die ausgeführten Teach-Befehle mit abgespeichert werden.

Ein Beispiel für den Einsatz in der Praxis wäre etwa der Stillstand eines Roboters aus unbekannten Gründen – mit der anschließend gegebenen Möglichkeit, zur Fehleranalyse eine entsprechende Darstellung des Vorfalls auf der TeachBox abzurufen. Bei Eintritt des Roboter-Stillstands wird die Datenaufzeichnung abgebrochen, und die vorangegangenen 100 Sekunden stehen nun für eine Analyse zur Verfügung. Ein auf der TeachBox dargestellter Zeitregler ermöglicht die Definition eines Zeitpunkts innerhalb der dargestellten Sequenz. Dieser Regler kann in zwei Richtungen beliebig verschoben werden, um stattgefundene kritische Zustandsänderungen detailliert und wiederholt begutachten zu können.

Zum Zeitpunkt der Analyse könnte sich der physische Roboter auch weiterhin im Fehlerzustand oder außer Funktion befinden, da auf der TeachBox lediglich der digitale Zwilling verfahren wird, bzw. nur dessen Zustandsänderungen angezeigt werden.

Der Videoassistent erleichtert das Auffinden von Fehlerursachen beträchtlich und unterstützt das Bemühen, ein nochmaliges Auftreten zu verhindern.

www.wittmann-group.com

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