APK: LDPE-Rezyklat für laminierten Tuben

27.08.2020

Laminierte Tube mit 19 % LDPE-Rezyklat Mersalen. (Foto:  Huhtamaki)

Laminierte Tube mit 19 % LDPE-Rezyklat Mersalen. (Foto: Huhtamaki)

Die Qualität von am Markt verfügbaren Rezyklaten wird den hohen Anforderungen an Verpackungen derzeit nicht immer gerecht. Huhtamaki Flexible Packaging Europe, Ronsberg, hat sich der Lösung dieser Herausforderung für den Bereich der flexiblen Verpackungen und insbesondere für die Anwendung laminierter Tuben angenommen. „Wir konnten kürzlich erste Mengen an Kunststoff-Rezyklaten in einem unserer standardmäßigen Kunststoff-Barriere-Laminate für Tuben verarbeiten“, teilt Thomas Stroh Forschungs- und Entwicklungsmanager bei Huhtamaki mit. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu den EU Recyclingzielen im Segment der flexiblen Verpackungen.“

Das verwendete PE-Rezyklat, welches diese Innovation ermöglicht hat, stammt von dem Merseburger Recyclingunternehmen APK AG und wird unter dem Namen Mersalen vermarktet. Mersalen wird mit Hilfe der lösemittelbasierten Newcycling-Technologie der APK aus komplexen Mehrschichtfolien-Abfällen aus Polyethylen und Polyamid gewonnen. Diese Abfallströme sind mit den meisten herkömmlichen, mechanischen Recyclingprozessen nur schwer bis gar nicht verwertbar. „Die Qualität und Reinheit unserer LDPE-Rezyklate entspricht nahezu Neuware. Daher kann Mersalen in einer großen Bandbreite von Verpackungslösungen eingesetzt werden“, kommentiert Florian Riedl, Direktor Business Development bei APK.

Die neue Tube, hergestellt mit dem Laminat von Huhtamaki, besteht zu 19 % aus Mersalen und die Funktionalität ist nahezu identisch zu den Eigenschaften der herkömmlichen, ausschließlich aus Neuware produzierten Tube. Aufbauend auf diesem ersten Schritt soll der Rezyklat Anteil der Laminattube vergrößert werden. Zudem sollen Rezyklate aus verschiedenen Abfallströmen getestet werden.

Mit Blick auf die verschiedenen Rohstoffquellen für Kunststoffrezyklate liegt das Hauptaugenmerk der Branche auf Post-Consumer-Abfällen. Darüber hinaus gibt es relevante Mengen an Post-Industrial-Kunststoffabfällen, die ebenfalls rezykliert werden müssen, wenn eine wirkliche Kreislaufwirtschaft das allgemeine Ziel ist. Kunststoffrezyklate aus Post-Industrial-Abfällen stellen eine wertvolle Ergänzung zu Rezyklatmengen aus Post-Consumer-Abfällen dar und ermöglichen der Kunststoff- und Verpackungsbranche, die ehrgeizigen Ziele der EU Kunststoffstrategie bis 2030 zu erreichen. „Die APK beschäftigt sich mit verschiedenen Abfallströmen und produziert Rezyklate aus Post-Industrial-Material, forscht in Bezug auf Post-Industrial-/Post-Consumer-Compoundlösungen und verfolgt letztendlich das Ziel, gemischte Post-Consumer-Kunststoffabfälle zu hochwertigen Rezyklaten zu verarbeiten“, fasst Riedl zusammen.

LDPE-Rezyklate, die ausschließlich aus Post-Consumer Kunststoffabfällen gewonnen wurden und für Lebensmittel- oder Kosmetikverpackungen, die eine Lebensmittelkonformität verlangen, geeignet sind, sind derzeit noch nicht am europäischen Markt verfügbar. Huhtamaki und APK wollen weiter gemeinsam daran arbeiten.

www.huhtamaki.com/en-de/flexible-packaging/
www.apk-ag.de

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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