Arburg: Digitalisierung steigert Produktionseffizienz

20.08.2020

Die digitalen Services von arburgXworld gibt es in vier Paketen, die kostenlose sowie kostenpflichtige Apps und Leistungen bündeln. (Foto: Arburg)

Die digitalen Services von arburgXworld gibt es in vier Paketen, die kostenlose sowie kostenpflichtige Apps und Leistungen bündeln. (Foto: Arburg)

Der Maschinenbauer Arburg, Loßburg, bietet umfangreiche Lösungen zur Steigerung der Produktionseffizienz durch Digitalisierung. Im Programm arburgXworld hat das Unternehmen alle seine digitalen Produkte und Services sowie das gleichnamige Kundenportal intelligent und übersichtlich zusammengefasst. Neben smarter Maschinentechnik und Lösungen im Service-Bereich kommt dem zentralen Kundenportal arburgXworld mit seinen zahlreichen Apps eine Schlüsselposition zu. Inzwischen gibt es dazu vier Pakete, die verschiedene Apps und Ausbaustufen enthalten.

Inzwischen nutzen viele Kunden weltweit die digitale Plattform. Das Kundenportal wird gut angenommen, die Basisversion ist kostenlos. Aus den zahlreichen Apps kann vom Maschinenbediener bis zum Geschäftsführer praktisch jeder für seine tägliche Arbeit individuellen Nutzen ziehen.

Kundenportal bündelt digitale Services

Das Kundenportal erleichtert die Arbeit über die ganze Wertschöpfungskette des Spritzgießens hinweg. Die digitalen Services von arburgXworld gibt es in vier Paketen:

Der Allrounder 270 S compact ist die erste Spritzgießmaschine von Arburg, die der Kunde über eine App im Kundenportal arburgXworld online konfigurieren und bestellen kann. (Foto: Arburg)

Der Allrounder 270 S compact ist die erste Spritzgießmaschine von Arburg, die der Kunde über eine App im Kundenportal arburgXworld online konfigurieren und bestellen kann. (Foto: Arburg)

Das kostenfreie Basispaket umfasst zentrale Apps wie MachineCenter, ServiceCenter, SelfService, Shop und Calendar. Sie bieten z. B. einen Überblick über Maschinenpark, Service-Historie und anstehende Wartungstermine. Rund um die Uhr können Service-Tickets erstellt und Ersatzteile geordert werden. Mit der App Configuration kann man zudem den hydraulischen Allrounder 270 S compact in festgelegtem Rahmen online bestellen.

Mit den kostenpflichtigen Leistungen des Premium-Pakets bietet Arburg zusätzliche Tools zur Steigerung der Maschinenverfügbarkeit. Mit der App VirtualControl kann der Anwender z. B. die Maschinensteuerung am PC oder Tablet simulieren, um Datensätze zu erstellen, Abläufe zu optimieren oder Mitarbeiter zu schulen. Zur Premium-Version der Apps MachineCenter und SelfService zählen eine erweiterte digitale Maschinenakte sowie ein geführter Lösungsdialog und das Feature Video-Telefonie.

Die Ausbaustufe Premium Plus bietet Zugriff auf interessante Berechnungs-Tools und detailreiche Wissens-Datenbanken von Arburg und reduziert so den Zeitaufwand für Produktionsplanung, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung, aber auch für Produktentwicklung und Vertrieb. Der MachineFinder unterstützt auf Basis prozess- und materialtechnischer Daten bei der Wahl der passenden Schließ- und Spritzeinheit. Über den DataDecoder lassen sich Maschinendatensätze lesbar anzeigen und als scv- oder xlsx-Dateien sichern.

Das Paket Connect bietet maschinenbezogene Erweiterungsmöglichkeiten zur digitalen Vernetzung. Das optional erhältliche MachineDashboard zeigt detailliert Zustandsinformationen und Kennzahlen zu einzelnen Allroundern an. Hinzu kommt die Visualisierung des Produktionsverlaufs über grafische Trenddiagramme. Die Daten hierfür werden auf Basis des Produktionsprotokolls über ein IIoT-Gateway in der Maschine erfasst und laufend aufbereitet. Kunden, die das Leitrechnersystem ALS nutzen, erhalten mit dem ALS-Dashboard einen standortübergreifenden Überblick zum Maschinenpark und den Produktionskennzahlen – auch mobil und außerhalb des eigenen Unternehmens.

Smart Machine: Basis Connectivity serienmäßig

Über die digitalen Lösungen des Kundenportals hinaus entwickelt Arburg auch die „Smartheit“ seiner Maschinen kontinuierlich weiter. Um standardisiert mit dem Kundenportal oder dem Arburg Remote Service vernetzt werden zu können, sind alle neuen Allrounder mit einem IIoT-Gateway ausgestattet und verfügen über Basis Connectivity. Zu digitalen Tools, die den Bediener aktiv bei der Arbeit an der Maschine unterstützen, zählen bei allen neuen Allrounder im Clamp-Design serienmäßig vier Assistenzpakete sowie optional der Füll- und der Plastifizierassistent.

Smart Production: Daten erfassen und rückverfolgen

Um Kunststoffteile auch in Zukunft weiterhin effizient zu fertigen, sind eine digitalisierte Produktion und Online-Organisation gefragt. Arburg bietet dazu Lösungen, mit denen die Serienfertigung flexibel gestaltet, Ressourcen sparsam eingesetzt sowie Produktivität, Qualität und Verfügbarkeit gesteigert werden können.

Zu diesen Lösungen zählt das Arburg Leitrechnersystem ALS. Dieses Arburg-eigene MES ist für eine detaillierte Produktionsplanung, Datenerfassung und Rückverfolgung in der Spritzgießfertigung ausgelegt. Neben Spritzgießmaschinen anderer Hersteller lassen sich z. B. auch metallbearbeitende Maschinen und Peripheriegeräte anbinden.

Mit einer Fertigungszelle rund um einen elektrischen Allrounder 570 A zeigte Arburg auf der Messe K 2019 exemplarisch, wie sich Brillen vollautomatisch und 100 Prozent rückverfolgbar „ready-to-wear“ fertigen lassen. Das Arburg Turnkey Control Module (ATCM) erfasst dazu alle relevanten Prozess- und Qualitätsdaten.

Smart Services: weniger Stillstand, mehr Produktivität

Zu den digitalen Service-Dienstleistungen des Kundenportals arburgXworld zählen insbesondere die Apps Shop, SelfService und ServiceCenter. Über die App Configuration können Kunden den Allrounder 270 S compact online konfigurieren und bestellen, während der Arburg Remote Service (ARS) einen zeitsparenden Online-Support ermöglicht.

Bei der „remoten“ Maschinenabnahme geht ein Arburg-Vertriebsexperte per iPad mit dem Kunden alle Anforderungen Punkt für Punkt durch. (Foto: Arburg)

Bei der „remoten“ Maschinenabnahme geht ein Arburg-Vertriebsexperte per iPad mit dem Kunden alle Anforderungen Punkt für Punkt durch. (Foto: Arburg)

Im Zuge der Corona-Auswirkungen hat Arburg auch die Möglichkeit der „remoten“ Maschinenabnahme geschaffen. Dabei geht der Vertriebsexperte von Arburg mit Hilfe eines iPads gemeinsam mit dem Kunden das Lastenheft durch. Dieser sieht genau das, was auf dem iPad abgebildet wird. Auf diese Weise lassen sich per Sichtabnahme Punkt für Punkt alle Anforderungen überprüfen. Zum Abschluss erhält der Kunde ein ausführliches Protokoll mit einer zusätzlichen Bilddokumentation, bevor sein Allrounder schließlich bei ihm vor Ort in Betrieb genommen wird. Das ist eine zeit- und kosteneffiziente Alternative und eine spannende Option für die Zukunft, wenngleich sie den persönlichen Kontakt und Besuch vor Ort nicht hundertprozentig ersetzen kann.

www.arburg.com

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