Getecha: Immer mehr kundenspezifische Zerkleinerungslösungen

20.05.2021

Im Zentrum der automatisierten Komplettlösungen des Zerkleinerungstechnikherstellers Getecha, Aschaffenburg, stehen oft projektspezifisch konfigurierte Trichter- und Einzugsmühlen der RotoSchneider-Generation.

Die Sauberraum-Mühle GRS 180 von Getecha ist in platzsparender Niedrigbauweise ausgeführt. (Foto: Getecha)

Die Sauberraum-Mühle GRS 180 von Getecha ist in platzsparender Niedrigbauweise ausgeführt. (Foto: Getecha)

„Gerade in jüngster Vergangenheit ist die kunden- und projektspezifische Optimierung unserer Zerkleinerungslösungen zu einem zentralen Aufgabengebiet unseres Engineerings herangewachsen. Bei der Realisierung weitgehend individualisierter Systemlösungen können wir heute sehr flexibel agieren“, sagt Geschäftsführer Burkhard Vogel. Ein Beispiel dafür ist etwa die Sauberraum-Mühle GRS 180, die der Anlagenbauer mittlerweile in zwei Grundausführungen anbietet: Einerseits als maßgeschneidertes Komplettsystem mit angedocktem Schneckenförderer zur kontinuierlichen Zufuhr schüttgutähnlicher Produktionsreste aus der Kunststoffflaschen-Herstellung und andererseits als hochspezialisierte Lösung mit einem integrierten Klappentrichter zur Aufnahme von Abfällen aus einer Spritzgieß-Fertigungslinie.

Abgedichtet und mit Absaugsystem

Bei der GRS 180 handelt es sich um eine kompakte Beistellmühle, die bei Getecha für den Einsatz in Produktionsumgebungen entwickelt wurde, die anspruchsvollen Reinheits- und Hygienevorgaben Rechnung tragen müssen. Stündlich zerkleinert sie bis zu 35 kg Material, wobei sie dank ihres integrierten Absaugsystems und einer speziellen Dichtungstechnik kaum Partikel (<1,0 µm) freisetzt. Mit ihrer Gesamthöhe von 1.050 mm erweist sie sich als geeignete Lösung für die platzsparende Aufstellung, etwa unter Ausfallschächten, Separiertrommeln oder großen Spritzgießanlagen. Darüber hinaus verfügt die Mühle zudem über einen flach ausgeführten Spezialtrichter mit einer Doppelschieber-Automatik. Er ermöglicht das rückspritzfreie Einschleusen von Angüssen und Resten. „Über einen Knebeltaster und die integrierte Easy-Steuerung kann der Anwender diese Schleusenfunktion flexibel an drei unterschiedliche Zyklus-Varianten anpassen“, erläutert Vogel.

Ausgelegt für Stundendurchsätze von bis zu 160 kg ist die RS 2404 B, die sich als Mittelklasse-Trichtermühle in vielen Blasformbetrieben findet. (Foto: Getecha)

Ausgelegt für Stundendurchsätze von bis zu 160 kg ist die RS 2404 B, die sich als Mittelklasse-Trichtermühle in vielen Blasformbetrieben findet. (Foto: Getecha)

Maßgeschneidert für den Einsatz in der Blasformtechnik und ausgelegt für Stundendurchsätze von bis zu 160 kg ist hingegen die RS 2404 B. Auch diese Trichtermühle steht inzwischen im Fokus zahlreicher kundenspezifischer Anpassungen. „Für die PET-Flaschenproduktion haben wir diese Schneidmühle beispielsweise kürzlich mit einem extra starken 7,5-KW-Antrieb, einem luftdurchlässigen Dreiecksrotor mit 3 x 2 versetzt angeordneten Rotormessern und einem supertangentialen Gehäuseeinlauf ausgerüstet. So konnten wir sie für das Zerkleinern besonders großvolumiger Blasformteile optimieren“, berichtet der Geschäftsführer. Zudem entwickeln bei dieser RS 2404 B im Trichter integrierte Lüfter einen zusätzlichen Luftstrom im Mahlraum, der sicherstellt, dass die vor der Einfüllöffnung hängenden Spritzlappen dicht geschlossen bleiben. Das verhindert das Zurückspritzen des Mahlguts und unterstützt den störungsfreien Dauerbetrieb.

Schallgedämmtes Multitasking

Auch die Zentralmühlen von Getecha stehen oft im Mittelpunkt von Projekten der Zerkleinerungs- und Recyclingtechnik, bei denen es um produkt- oder prozessspezifische Anpassungen geht. Die RotoSchneider RS 45090 ist ein typisches Beispiel dafür. Sie ist serienmäßig für stündliche Durchsätze von bis zu 900 kg ausgelegt, hat einen kraftvollen 5-Messer-Rotor, zwei Statormesser im Mahlraum und ein Mahlgehäuse mit umfassender Schalldämmung. Dank eines nach oben verlegten und in das Gehäuse integrierten Antriebs baut sie dennoch relativ kompakt und beansprucht nur eine geringe Stellfläche.

Die schallgeschützte Getecha-Zentralmühle 45090 ist für Durchsätze von bis zu 900 kg/h ausgelegt. (Foto: Getecha)

Die schallgeschützte Getecha-Zentralmühle 45090 ist für Durchsätze von bis zu 900 kg/h ausgelegt. (Foto: Getecha)

Für verschiedene Anwendungen hat Getecha die RS 45090 bereits mit verschiedenen Bypasstrichtern erweitert und sie auf diese Weise zu einer multitaskingfähigen Zerkleinerungsstation gemacht. In diesen Fällen befinden sich an der Rückseite der Mühle zusätzliche Walzen zum Einziehen von Vollfolien, Stanzgittern und Randstreifen, während dreidimensionale Fehlteile über den Trichter zugeführt werden. „Für einen anderen Kunden haben wir die Mühle mit zwei weiteren Bypasstrichtern für die Zuführung von Profilen, Rohren und Plattenmaterial ausgestattet. So kann eine einzige RS 45090 das Arbeitsvolumen drei kleinerer Mühlen ersetzen“, sagt Burkhard Vogel. Ihre hydraulische Öffnungsmechanik unterstützt den einfachen Zugriff auf Trichter und Siebschwinge, und eine elektrisch überwachte Rotorverriegelung macht den Messerwechsel zu einer sicheren Angelegenheit.

Drehmomentsteuerung ersetzt Bügelsystem

Die schallgedämmte Einzugsmühle RS 30040-E von Getecha verfügt über einen drehmomentgesteuerten Doppeleinzug, wodurch Rest- und Randstreifen unterschiedlicher Dicken mit wechselnden Geschwindigkeiten einlaufen können. (Foto: Getecha)

Die schallgedämmte Einzugsmühle RS 30040-E von Getecha verfügt über einen drehmomentgesteuerten Doppeleinzug, wodurch Rest- und Randstreifen unterschiedlicher Dicken mit wechselnden Geschwindigkeiten einlaufen können. (Foto: Getecha)

Bisweilen reagiert das Engineering von Getecha auch auf die veränderten Anforderungen einer ganzen Branche. Ein Beispiel hierfür ist etwa die schallgedämmte Einzugsmühle RS 30040-E, die häufig dort zum Einsatz kommt, wenn in der Folien- oder Plattenextrusion große Mengen von Rest- und Randstreifen zu zerkleinern sind. Diese Maschine stattet Getecha inzwischen mit einem drehmomentgesteuerten Doppeleinzug aus. Er macht es möglich, Rest- und Randstreifen unterschiedlicher Dicken mit wechselnden Geschwindigkeiten einlaufen zu lassen. Früher übernahm diese Aufgabe eine mechanische Bügelsteuerung mit Tänzerarm, die das Tempo des Randstreifen-Einzugs mit der Geschwindigkeit der Folienanlage synchronisierte und die Zugbelastung der Randstreifen regelte. Weil aber viele Kunststoffverarbeiter die Randstreifenmühlen inzwischen oft direkt an der Extrusionsanlage aufstellen möchten, hier jedoch die Stellfläche meist sehr begrenzt ist, entwickelte Getecha ein kompakteres System. Hierbei wird das maximale Drehmoment des einziehenden Antriebs über einen Frequenzumrichter eingestellt, wodurch sich die auf die Randstreifen wirkende Zugkraft und das Einzugstempo sehr fein abstimmen lassen.

www.getecha.de

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