Leistritz/Rittec: Kooperation für vollständigen PET-Kreislauf

08.10.2020

Leistritz Extrusionstechnik, Nürnberg, und Rittec Umwelttechnik, Lüneburg, entwickeln gemeinsam Lösungen für das kontinuierliche Recycling von PET-Kunststoffen. Mit einer strategischen Partnerschaft stellen sich die Unternehmen der Aufgabe der Plastikmüllvermeidung, zunächst ausgerichtet auf den europäischen Markt. Die Kooperation beinhaltet die Realisierung und Markteinführung der Technologie revolPET, einer Form des Monomer-Recyclings. Damit werden PET-Kunststoffe in ihre Ausgangsstoffe zurückgeführt und der Ressourcenkreis vollständig geschlossen.

Nach der bereits erfolgreichen Kooperation in der Forschung, haben sich Leistritz und Rittec weitere gemeinsame Ziele gesetzt: Eine erste Turnkey-Anlage für die Verarbeitung von 10.000 jato Inputmaterial soll voraussichtlich bis Ende 2021 errichtet und in Betrieb genommen werden. Hierfür bringt Leistritz seine Technologie für Hochleistungsextruder und sein Wissen im Projektmanagement bei der Konzeption und Umsetzung von technischen Gesamtanlagen ein. Leistritz-Geschäftsführer Anton Fürst setzt bei der Zusammenarbeit auf den Ausbau des Geschäftsfeldes Recycling: „Wir arbeiten seit Jahren intensiv in diesem Segment. Downcycling oder nicht recycelfähige Kunststoffverbindungen sind hier der limitierende Faktor. Mit dem revolPET-Ansatz geht man hier einen großen Schritt in Richtung erfolgreiches chemisches Recycling.“ Denn die EU-Gesetzgebung (Single Used Plastic Directive, (EU) 2019/904) fordert energisches Handeln: Allein Getränkeflaschen sollen, unabhängig von Pfandsystemen, bis 2029 mit einem Anteil von 90 % gesammelt und recycelt werden.

Die im Rahmen eines BMBF-geförderten Forschungsprojektes entwickelte Technologie revolPET bietet dringend benötigte Recyclingoptionen für die vielgestaltigen Verpackungen in den Branchen Kosmetik, Lebens- und Reinigungsmittel an und eröffnet damit große Wachstumsmärkte. Bislang stellen Multilayer- und opake Verpackungen für das Recycling ein Problem dar. Dank des revolPET-Verfahrens werden keine Restriktionen an die Ausgangsmaterialien gestellt. Carsten Eichert von Rittec: „Unsere Vision ist, dass unsere Technologie dazu beiträgt, die globale Herausforderung rund um PET-Verpackungen zu lösen.“ Allein in Deutschland und im dualen System können jährlich rund 200.000 t PET-Verpackungen (Quelle: Institut cyclos-HTP 2017) nicht werkstofflich verwertet werden, sie landen in der Verbrennung – für Europa liegen die Schätzungen bei mindestens 1,4 Mio. t.

Rittec liefert seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des PET-Recyclings mit seiner Technologie revolPET sowie dem Basic-Engineering. Das Unternehmen verfügt zudem über umfassendes Wissen in den Bereichen der Depolymerisation und dem Aufreinigen von Monomeren. Rittec und Leistritz setzen bei ihrer Partnerschaft auf die Förderung und Durchführung weiterer Forschungsprojekte, um die Technologie gemeinsam voranzutreiben und zu optimieren sowie ergänzende Verfahren zu entwickeln.

www.rittec.eu
www.leistritz.com

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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