LWB-Biofibre: Bio-Streugranulat schützt Betonplatten

04.09.2019

Die von der bayerischen Biofibre GmbH – ein Unternehmen der LWB-Steinl-Firmengruppe mit Sitz in Altdorf/Landshut – für die Beton- und Prüftechnik Blomberg GmbH (BPB) im nordrhein-westfälischen Blomberg entwickelte Öko-Streugranulat als Lagenschutz für die Palettenlieferung von Betonsteinen, ist bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr mit dem Hauptpreis in einem Nachhaltigkeits-Wettbewerb ausgezeichnet worden. Das Streugranulat mit der Produktbezeichnung BPB Eco Spacer VP 5.0 besteht aus einem Biopolyester/Naturfaser-Compound mit einem Biogenanteil von mehr als 95 %. Es ist eine umweltfreundliche Alternative für alle Anwendungsfälle, in denen bisher LDPE-Granulat als Zwischenlagenmaterial eingesetzt wurde. Biofibre präsentiert sich auf der K 2019 auf dem Stand von LWB Steinl.

Oberflächenschutz für Betonsteine durch Streugranulat

Betonsteinlage mit Oberflächenbeschädigung durch Kalk-Ausblühungen, verursacht durch zwischenlagenlose Betonsteinlagen und dadurch gegebene gegenseitige chemische Beeinflussung. (Foto: BPB)

Betonsteinlage mit Oberflächenbeschädigung durch Kalk-Ausblühungen, verursacht durch zwischenlagenlose Betonsteinlagen und dadurch gegebene gegenseitige chemische Beeinflussung. (Foto: BPB)

Um die Sichtflächen von Betonsteinen entlang der Lieferkette bis zur Verlegestelle vor Beschädigungen zu schützen, werden zwischen die auf Paletten gestapelten Betonsteinlagen Zwischenschichten eingefügt. Ohne Zwischenlagen können durch chemische Interaktion zwischen den Betonsteinlagen Kalkausblühungen entstehen bzw durch Reibungseinflüssen während des Transportes Oberflächenschäden. Als Zwischenlagen werden dafür je nach Anwendungsfall entweder elastische Gewebematten oder eingestreutes Kunststoffgranulat verwendet. Wenn Kunststoffgranulat eingesetzt wurde, war dies bisher insbesondere LDPE. Der Vorteil des Granulates ist dessen Nutzerfreundlichkeit, da es leicht per Besen von den Betonsteinen abgekehrt werden kann. Der systematische Nachteil ist jedoch, dass es anschließend aufgefangen und entsorgt werden muss, um nicht an Ort und Stelle allmählich zu Mikroplastik abgebaut zu werden. In der Praxis unterbleibt dies aber meistens. Wie groß die daraus resultierende Umweltbelastung sein kann, lässt sich aus der jährlich verbrauchten Granulatmenge ableiten: Allein in Deutschland sind dies etwa 500 t pro Jahr.

Umweltfreundliche Granulat-Alternative

Das Bio-Granulat BPB Eco Spacer VP. (Foto: Reinhard Bauer)

Das Bio-Granulat BPB Eco Spacer VP. (Foto: Reinhard Bauer)

Biofibre kam Mitte 2018 in Kontakt mit dem diesbezüglich problembewussten Branchenexperten Matthias Goldschmidt, Geschäftsführer der BPB, der auf der Suche nach einer umwelt- und ebenso nutzerfreundlichen Alternative war. Das alternative Material sollte möglichst analoge Eigenschaften bei Druckfestigkeit, Elastizität und Handhabung usw. aufweisen, möglichst weitgehend biobasiert sein und sich innerhalb eines angemessenen Zeitraums im Boden vollständig zersetzen, ohne dabei schädliche Rückstände in den Biokreislauf zu entlassen. Dann könnte die aufwändige und am Einsatzort schwer kontrollierbare Entsorgung entfallen. Biofibre, als etablierter Entwickler und Hersteller von Biomaterial-Compounds konnte dafür rasch ein Versuchsprodukt anbieten, das gemeinsam mit BPB in umfangreichen Feldversuchen angepasst wurde.

Das Ergebnis ist ein Naturfasergranulat das unter dem Produktnamen BPB Eco Spacer VP in das BPB-Lieferprogramm aufgenommen wurde. Das Bio-Material ermöglicht den Abbau durch Verrottung zu CO2, Wasser und Biomasse sowohl in der Natur, als auch in der industriellen Kompostierung innerhalb von zwei bis zehn Jahren, je nach Umgebungsbedingung.

Anwendungsbeispiel als Einstreumaterial bei der Palettenstapelung von Betonsteinen. (Foto: BPB)

Anwendungsbeispiel als Einstreumaterial bei der Palettenstapelung von Betonsteinen. (Foto: BPB)

Der BPB EcoSpacer VP ist für den Einsatz unter sehr hohen Druckbelastungen geeignet. Die gleichförmige Korngröße gewährleistet eine homogene Druckübertragung und damit einen weitgehend gleichförmigen Abstand zwischen den Stapellagen der Betonteile. Die durchschnittliche Anwendungsmenge beträgt etwa 20 g je Quadratmeter Betonsteinfläche. Bei der Lagerung der Paletten übereinander ist die Verbrauchsmenge entsprechend anzupassen.

Die Entsorgung des Bio-Granulats ist einfach. Von den Betonsteinen kann es auf der Baustelle einfach mittels Besen abgekehrt werden. Anschließend kann das Granulat als Biomüll kompostiert werden. Allenfalls an Ort und Stelle zurückbleibende und in der Folge verottende Granulatreste führen im Gegensatz zum Kunststoffgranulat zu keiner Langzeit-Umweltbelastung.

Einen Überblick über seine Biowerkstoffpalette und einige repräsentative Anwendungsbeispiele bietet Biofibre auf der K 2019 auf dem Gemeinschaftsstand der Steinl-Gruppe. Darüber hinaus werden im VDMA-Pavillon Anwendungsbeispiele von Biofibre-Materialien, wie Pflanzentöpfe und Schuhspanner, im Rahmen der Ausstellung Circular Economy zu sehen sein.

www.biofibre.de

© Kunststoff-Profi Verlag GmbH & Co. KG, Bad Homburg

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