Gläubiger stimmen Sanierungsplan für insolventen Displayhersteller mehrheitlich zu
01.10.2026
Licht am Ende des Tunnels: Bei dem insolventen Displayhersteller Ing. H. Gradwohl GmbH (Melk / Österreich; www.gradwohl.co.at) haben die Gläubiger dem Sanierungsplan mehrheitlich zugestimmt. „Mit der Annahme des Plans ist dem Unternehmen der erste Schritt zu einer Sanierung gelungen“, sagt der Insolvenzexperte Jürgen Gebauer vom Kreditschutzverband KSV1870 (www.ksv.at).
Beim zuständigen Landesgericht St. Pölten haben nach Angaben des KSV1870 insgesamt 338 Gläubiger Forderungen in Höhe von 10,16 Mio EUR angemeldet. Der Sanierungsplan sieht eine Quote von 21 Prozent vor. Ein erster Teilbetrag von 4 Prozent soll zügig ausgeschüttet werden, die übrigen 17 Prozent sollen die Gläubiger verzinst (4,25 Prozent) in vier Raten über die nächsten zwei Jahre erhalten, heißt es.
Im Zuge der Neuaufstellung hat Gradwohl den Geschäftsbereich Druck eingestellt. Der Schwerpunkt der unternehmerischen Tätigkeit liegt damit künftig auf dem Spritzgießen und Tiefziehen von Kunststoffen – verarbeitet werden vor allem Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol, Polyamid, Polycarbonat, PMMA und ABS. Medienberichten zufolge hat sich die Zahl der Mitarbeiter – vor der Sanierung waren es 160 – etwa halbiert.
Gradwohl steht vor dem Abschluss der zweiten Insolvenz binnen weniger Jahre. Bis März 2023 hatte das Unternehmen schon einmal ein Verfahren durchlaufen.
© KI – Kunststoff Information, Bad Homburg