
Ist das chemische Recycling eine „Zukunftstechnologie zur Reduktion von Treibhausgasen sowie zur Versorgung mit Rohstoffen“, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI; Frankfurt am Main) und Plastics Europe Deutschland (PED; Frankfurt) es behaupten? Oder ist es ein Feigenblatt für Erzeuger, um per Massebilanz-Ansatz Kunststoff-Neuware auf den Markt zu bringen?
Diese Fragen eindeutig zu beantworten, fällt auch nach der Bestandsaufnahme von Conversio (Mainaschaff) – im Auftrag der industrienahen Denkfabrik BKV (Frankfurt am Main) – nicht leicht.
Einerseits dürfte der für das Jahr 2030 – mit Ausnahme von PET – geforderte Mindestrezyklatgehalt von 10 Prozent für kontakt-sensitive (Lebensmittel-)Verpackungen mit mechanischem Recycling auf Basis von Post-Consumer-Kunststoffabfällen schwierig zu erreichen sein. Das ist aktuell vorherrschende Ansicht – auch außerhalb der Erzeugungsbranche. Chemische Recyclingverfahren könnten diese Lücke füllen.
Andererseits ist die Liste der „Aber“ lang – angefangen bei etlichen Stopps auch namhafter Projekte aus wirtschaftlichen Gründen bis hin zum Umstieg zahlreicher Produktanbieter von reinen Kunststoff- auf reine Papier- oder Verbundmaterialverpackungen. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg) im aktuellen Online-Report.