Stau im System: In Italien stapeln sich die Kunststoffabfälle mittlerweile meterhoch (Foto: Panthermedia/moreno.soppelsa)
Die italienische Regierung doktert offensichtlich lieber an den Folgen der Recyclingkrise herum als an deren Ursache. Während die Berge getrennt gesammelter Kunststoffverpackungsabfälle ungebremst wachsen, sorgt die Regierung in Rom nicht etwa für einen besseren Abfluss der Rezyklate in die Verarbeitung, sondern für neue Lagerplätze in den betroffenen Gemeinden. So lautet jedenfalls das Fazit, das Walter Regis als Chef des Recyclingverbands Assorimap (Rom / Italien) zieht.
Die Probleme des Sammelrückstaus bei den Kommunen, die zunächst vor allem auf den Inseln Sardinien und Sizilien zutage traten, treffen inzwischen vermehrt auch das italienische Festland. Das legen Nachrichten aus den Regionen Apulien, Latium, Emilia-Romagna und Veneto nahe. Regis fordert deshalb von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die landesweite Krise zur Chefsache zu machen. Er sieht die Branche „kurz vor dem Zusammenbruch“.