Abgesang: Die Polyamid-Anlagen in Leuna werden nun stillgelegt (Foto: Domo Chemicals)
Jetzt geht es an die Stilllegung, nachdem sich kein Kaufinteressent finden ließ: Seit der Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens über das Vermögen der Leuna-Polyamid GmbH (Leuna) am 1. Oktober 2026 läuft das letzte Granulat aus den Anlagen. Eine vergleichsweise einfache Verwertung von Immobilien und Anlagen zur Mehrung der Insolvenzmasse ist für das Unternehmen jedoch nicht zu erwarten.
Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing (Berlin) hat für „einen Großteil der Immobilien und Anlagen“ die sogenannte Freigabe erklärt – was bedeutet, dass diese nun nicht mehr Teil der Insolvenzmasse sind. Stattdessen fallen sie an Leuna-Polyamid zurück, die alle Kosten und Risiken des geordneten Abfahrbetriebs tragen muss. Dieser soll mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens starten und 15 bis 20 Tage dauern. Daran schließt sich eine Entleerung und Reinigung von Tanks und Rohrleitungen an. Da Leuna-Polyamid diese Maßnahmen nicht bezahlen kann, wird das Land Sachsen-Anhalt erneut als zuständige Gefahrenabwehrbehörde einspringen müssen.