Der Konzern aus Essen: Restrukturierungen gehen in die nächste Runde (Foto: Evonik)
Der Kunststofferzeuger Evonik (Essen) hat für die kommenden drei Jahre umfassende Restrukturierungen ins Auge gefasst. Der „warme Sommerregen“, mit dem die Konzernführung die unerwartet gute Geschäftsentwicklung des zweiten Quartals 2026 verglichen hatte, wird demnach offenbar als nicht nachhaltig eingestuft. „Wir befinden uns in einer strukturellen und wirtschaftlichen Krise in unserer Branche“, sagte der Interims-CEO Dr. Claus Rettig.
Evonik will die Geschäftsaktivitäten, die bereits seit zwei Jahren in Wachstumstreiber oder Cash-Generierer unterteilt sind, nach sogenannten kompetenzgeleiteten Rollen gliedern. Die sechs großen Produktionsstandorte in Deutschland sollen spezifische Aufgaben erhalten, wobei das Werk in Marl mit den Anlagen für Polyamid 12 den zentralen Bezugspunkt für die Kunststoffaktivitäten bilden dürfte. Um die laufenden Kosten zu senken, hatte der Konzern bereits im Juni bekannt gegeben, weltweit 3.200 Stellen zu streichen.