
Die Straße von Bad al-Mandab, die Meerenge am Horn von Afrika, schickt sich an, für den Welthandel zur zweiten Straße von Hormus zu werden. Vor wenigen Tagen eroberten die Huthi-Rebellen im Jemen wichtige Küstengebiete an der Einfahrt zum Roten Meer. Von ihren Stellungen aus beschossen sie nicht nur Ölpipelines in Saudi-Arabien, sondern feuerten auch Raketen auf Frachtschiffe, die auf dem Weg zum Suezkanal waren.
Aus Angst vor Terrorangriffen hatten die meisten großen Reedereien wie Maersk, Hapag-Lloyd, MSC oder Cosco in den vergangenen Monaten ihre Schiffe auf den Routen von Europa nach Asien und vice versa auf den langwierigen und teuren Umweg um das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika geschickt. Unlängst kündigten die Reedereien an, wieder mehr Liniendienste durch das Rote Meer und den Suezkanal leiten zu wollen. Ob diesen Worten nun auch Taten folgen werden, bleibt angesichts der gewachsenen Bedrohung durch die Huthi ungewiss. Den ausführlichen Logistik-Report inkl. der Frachtraten für die weltweit acht wichtigsten Passagen veröffentlicht Kunststoff Information (KI, Bad Homburg) einmal wöchentlich in einem Onlinereport.