Die deutsche Politik will die Raffineriestruktur in Deutschland stärken und schützen (Foto: Pexels/Gerrit Wilcke)
Der Iran-Krieg hat nicht nur Ziele im Nahen Osten getroffen – der starke Anstieg der Rohölpreise belastet Verbraucher weltweit. Zugleich stellen die steigenden Energiekosten die Wirtschaftlichkeit zahlreicher Petrochemie-Unternehmen infrage. Um die heimische Raffineriewirtschaft zu sichern, hat das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt, im Rahmen der Entwicklung einer nationalen Raffineriestrategie Gespräche mit Bundesländern, Gewerkschaften und den beteiligten industriellen Wertschöpfungsketten aufzunehmen.
„Ein starkes Industrieland braucht starke Raffinerien“, erklärte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. „Sie sind eine grundlegende Voraussetzung für unsere moderne Welt. Denn sie liefern nicht nur Kraftstoffe für Industrie und Verkehr, sondern produzieren auch wichtige Vorprodukte, beispielsweise für Kunststoffe und Medikamente.“ Sie verwies darauf, dass die Zahl der Raffinerien in Europa seit 2009 um 30 Prozent zurückgegangen sei. Kurz zuvor hatte auch die EU-Kommission erklärt, einen kurzfristigen Rahmen zur Optimierung der Kapazitäten und Effizienz bestehender EU-Raffinerien zu entwickeln. Die Strategiegespräche in Deutschland sollen im November beginnen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Reiche im ersten Quartal 2027.