Automobilzulieferer stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung

15.02.2022

Die Krise bei den Automobilzulieferern geht weiter: Der Spritzgießspezialist Bukuma GmbH (D-56154 Boppard/Buchholz) hat beim Amtsgericht Koblenz Insolvenz angemeldet und zugleich die Durchführung eines Restrukturierungsverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an.

Bei der geplanten Sanierung beraten wird der Bukuma-Geschäftsführer Dr. Thomas Schmidt von Rechtsanwalt Joachim Walterscheid. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Kanzlei Pluta (D-89073 Ulm) bestellt, der unter anderem auch die Insolvenz des Werkzeugbauunternehmens Steinkamp verwaltet.

Der Geschäftsbetrieb von Bukuma sowohl im Stammwerk in Boppard als auch an den beiden anderen Standorten in Kirchwald und Dörth werde in vollem Umfang fortgeführt, teilte das Unternehmen mit. Die insgesamt 179 Mitarbeiter (davon arbeiten rund 110 im Stammwerk) seien über die Situation informiert worden. Die Zahlung der Gehälter sei über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Die 1963 gegründete Bukuma produziert anspruchsvolle technische Kunststoffteile mit eigenem Werkzeugbau, vor allem für die Automobil- und die Baumaschinenindustrie sowie für Abnehmer aus der Medizintechnik. Auf 25 Spritzgießmaschinen werden insbesondere technische Thermoplaste wie POM, PA 6 und PA 6.6, PC oder auch PEEK verarbeitet.

Als Grund für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen Liquiditätsschwierigkeiten. Bereits in den vergangenen beiden Jahren sei der Umsatz „erheblich“ zurückgegangen, teilte Bukuma mit. Im vergangenen Jahr 2021 habe die Gesamtleistung schließlich bei nur noch 21 Mio EUR gelegen. Zu den Umsatzzahlen der Vorjahre wollte das Unternehmen auf Nachfrage von KI keine Angaben machen. Die Halbleiterkrise und die Bandabstellungen bei den Automobilherstellern hätten 2021 zu deutlich reduzierten Abrufen der Kunden geführt.

Für die Automotive-Industrie produziert Bukuma an den Standorten Boppard und Dörth (das dortige Werk wurde erst 2016 neu errichtet). Die Baumaschinensparte, die im Werk in Kirchwald produziert, arbeite profitabel und habe keine nennenswerten Restrukturierungserfordernisse, teilte das Unternehmen mit. Der vorläufige Sachwalter Stefan Meyer gab sich ebenfalls optimistisch: „Das Unternehmen hat eine gute Sanierungschance, die mich grundsätzlich zuversichtlich stimmt.“

© KI – Kunststoff Information, Bad Homburg

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