
Der Markt für Polyethylen tendierte im Oktober so uneinheitlich wie lange nicht mehr. Erzeuger versuchten, ihre Margen zu schützen und gestiegene Kosten für Ethylen (+80 EUR/t) und Energie sowie Logistik zumindest in einigen Verhandlungen an die Verarbeiter weiterzugeben. Dies war jedoch zumeist nicht erfolgreich, da viele Einkäufer auf die hohen Forderungen mit deutlicher Kaufzurückhaltung reagierten. Erst ab der Monatsmitte stiegen die Orders noch mal etwas an, als sich die Zeichen für weitere Aufschläge verdichteten.
Grundsätzlich herrscht für alle Qualitäten am Markt ein flächendeckendes Überangebot. Bei manchen Typen reicht dafür allein der Ausstoß der europäischen Produktion. Bei einigen Materialien wird dies jedoch durch Importe vor allem aus den USA deutlich gefördert. Die Aussichten – kurz-, mittel- und langfristig – sind vor allem von Unsicherheiten geprägt. Viele Betriebe werden lange Weihnachtsferien machen und müssen daher den Lagerabbau im November vorantreiben. Da ist es wenig wahrscheinlich, dass Erzeuger, die abermals versuchen werden, gestiegene Kosten einzupreisen, mit ihrem Ansinnen Erfolg haben werden – zumal auch die Jahresgespräche auf Hochtouren laufen.